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Achtsamkeit auf Sylt – der neue Luxus

Lesezeit: 3 Minuten

Das Glitzern des Meeres betrachten, den Sand unter den Füßen spüren, das Salz auf den Lippen schmecken, frische Meeresluft riechen und den Wind am Ohr hören.

Unabgelenkt mit allen Sinnen im Hier und Jetzt sein:
Eintauchen in das, was uns umgibt;
oder wahrnehmen, was in uns passiert.

Achtsam sein kann jeder. In einer digitalisierten Welt kommen wir nur so selten dazu – und selbst im Urlaub fällt das „Abschalten“ immer schwerer.

 

Ab in den Urlaub und auf zum nächsten WLAN-Netz

In einer schnellen Welt voller Termine, Fristen und Möglichkeiten wächst die Sehnsucht nach Ruhe, Langsamkeit und Besinnung auf das Wesentliche.

Endlich Urlaub. Endlich Sylt.

Die Fahrt über den Hindenburgdamm lässt den Alltag auf dem Festland zurück – wäre da nicht das Büro in der Hosentasche, das den Urlauber zurück in den Alltag ruft. Es blinkt und vibriert und reißt uns ungefragt aus Gesprächen, Sonnenuntergängen oder Rotweingläsern. Die Welt hinter den Displays ist rücksichtslos entgrenzend und verführerisch verlockend zugleich – und wir sind immer on.

Herausfordernd.

Abschalten geht so nicht. Und Auftanken auch nicht.

Das Hier und Jetzt absichtslos genießen

Es ist scheinbar schwierig geworden, ganz im Augenblick zu sein. Diesen zu erleben, ohne ihn festhalten oder virtuell teilen zu wollen. Wenn wir das Smartphone ständig zwischen die Welt und unsere Augen halten und uns vor Augen halten, dass wir jederzeit aus der Gegenwart gerissen werden könnten, stellen wir fest, wie selten wir uns vollkommen auf das Hier und Jetzt einlassen.

Weil wir die Gegenwärtigkeit verpassen, bleiben wir unbefriedigt zurück. Es ist ein subtiles Gefühl, das nach mehr fordert, weil das Erlebte an uns vorbeirauscht und nicht in uns hinein sickert und uns von innen belebt.

Echtes Glück kommt von innen. Es entsteht aus Präsenz. Man kann es nicht greifen. Man nimmt es nicht im Urlaubsgepäck mit nach Hause, sondern in sich selbst.

Achtsamkeitsspaziergang

Smartphone aus, dem Trubel den Rücken kehren und achtsam über die entlegenen Pfade der Insel wandern. Einfach stehen und auf das Meer blicken. Einfach gehen und auf sich selbst schauen. Mit allen Sinnen wahrnehmen. Die Gedanken beobachten und ruhiger werden lassen. Bei sich ankommen. Das entschleunigt. Neue Wege gehen – im übertragenen Sinn – achtsam Schritt für Schritt.

Die einzigartige Landschaft, das besondere Licht und die heilsame Luft holen einen schnell heraus aus dem steten Tun und Müssen unserer schnellen Welt. Wer so Urlaub macht und die Unerreichbarkeit neu schätzen lernt, vertieft den Erholungsfaktor um ein Vielfaches. Dafür braucht man nicht viel. Im Gegenteil: Weniger ist mehr.

Auch auf Sylt. Denn neben Schickimicki, Champagner und teuren Autos gibt es Sylt auch in langsam, minimalistisch und still – nur hört man davon kaum etwas. Aber das ist wohl der Thematik geschuldet.

Urlaub heißt Pause machen – auch von der Erreichbarkeit

Mit ständiger Erreichbarkeit und dem selbst gewählten Griff zum Smartphone erschöpfen wir über kurz oder lang unsere Ressourcen.

Wir brauchen Pausen. Und zwar echte Pausen.

Zeiten, in denen wir unser Gehirn nicht weiterhin mit Reizen befeuern, sondern es gewissermaßen im Leerlauf rollen lassen. Wir können nur produktiv und kreativ sein, wenn wir auch mal Nichts tun. Nicht erreichbar sind, uns nicht ablenken und mal vom Außen ins Innen kommen – also bei uns selbst ankommen und dort auch eine Zeitlang verweilen.

Wahrer Luxus

Um wirklich abschalten zu können, müssen wir es also wörtlich nehmen: Wir müssen abschalten.

Erst damit erschaffen wir uns Inseln des Innehaltens, die wir gerade wegen der Schnelllebigkeit und der geforderten Flexibilität unbedingt brauchen.

Immer wieder im Alltag. Und im Urlaub erst recht.

Sie sind der neue Luxus geworden. Diese leisen Momente, in denen man achtsam ganz bei sich ist und sich auf das Wesentliche besinnt.

Diesen Text habe ich für den Insel-Blog geschrieben.

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