Achtsam sein und Glück erleben – fünf Fragen an die Glücksministerin Gina Schöler

Was bedeutet Glück für mich persönlich?

Liebe Gina, du hast dir als “Glücksministerin“ den eigenen Beruf erfunden und gibst Impulse u.a. zu den Themen Zufriedenheit, positive Psychologie, Lebensgestaltung und seelische Gesundheit. Wie unterscheiden sich Glück, Erfüllung und Zufriedenheit bzw. wie hängen sie zusammen? 
 
In meinem Verständnis von Glück, sind all diese Begriffe nicht voneinander trennbar. Zufriedensein kann zum Beispiel ein Ausdruck von persönlichem Wohlbefinden und Glück sein. Dies kann wiederum sehr erfüllend sein und so weiter, alles hängt irgendwie miteinander zusammen und ist in Bewegung. In diese Reihe von Begriffen lassen sich meiner Meinung nach auch noch sehr viele weitere einreihen. Für mich persönlich hat Glück sehr viele verschiedene Bausteine. Glück kann Zufriedenheit, Achtsamkeit, Abenteuer, Erfüllung, Gemeinschaft, Selbstfürsorge und noch vieles mehr sein. Oder alles auf einmal, oder auch mal keines davon. Vom Retreat bis zum Rockkonzert. Marathon oder Meditation. Es geht beim Glücklichsein um unseren persönlichen und individuellen Weg. Für jeden von uns kann das etwas anderes sein und welche Komponenten jedem persönlich dafür wichtig sind, gilt es herauszufinden. Dabei ist es aber auch gar nicht wichtig, Dinge zu benennen, Begriffe voneinander zu trennen oder zu definieren. Es geht vielmehr um das, was sich richtig anfühlt. 
 
 

Innehalten, das Glück erkennen und spüren

Wir leben in einem der wohlhabendsten Länder dieser Erde. Fast alles ist (im Überfluss) verfügbar. Und doch gelten wir nicht gerade als glückliches Volk. Die zwanzig Minuten Verspätung wiegen oft mehr als die schnelle, sichere und komfortable Zugverbindung.
Was fehlt uns zu unserem Glück? Schätzen wir nicht, was wir haben? Oder erkennen wir es gar nicht?
 
Ich glaube, dass uns in der Welt, in der wir heute leben, oft das Auge oder die Zeit dafür fehlt, Glück als solches zu erkennen und wertzuschätzen. Denn das Glück liegt oft in den kleinsten Dingen. Um unseren Blick dafür zu schärfen, gilt es in erster Linie achtsam zu sein und im Moment zu leben. Wer vor lauter Terminen und Optimierungswahn mit seinen Gedanken schon im Morgen lebt, verpasst die kleinen Glücksmomente im Heute. Dein Beispiel mit der Zugverspätung ist da ein klassisches Beispiel. Anstatt die Sonne zu genießen, die uns während der Wartezeit am Bahnsteig in der Nase kitzelt oder doch noch ganz in Ruhe unseren Frühstücks-Kaffee an der frischen Luft zu trinken, bevor wir unseren Arbeitstag in der Bahn beginnen, ärgern wir uns darüber, dass der geplante Ablauf durch die Zugverspätung aus dem Zeitplan gerät. Natürlich ist das ärgerlich. Aber was genau ändert es an der Verspätung, wenn wir uns darüber ärgern? Im Kontrast dazu: Was ändert sich für unseren Tag, wenn wir die Sonne im Gesicht wahrnehmen und in Ruhe den Kaffee schlürfen und uns darüber freuen? 
Oft werden also Momente des Glücks gar nicht wahrgenommen oder von unguten Gefühlen überschattet. Wir müssen öfter mal durchschnaufen und uns ganz bewusst auf die Suche nach den kleinen Momenten des Glücks machen – auch gerade dann, wenn der Zug mal wieder Verspätung hat.
 
 

Glück als Lebensbegleiter in allen Lebensbereichen

Schon lange wissen wir, dass es eine Alternative zum stetigen Wirtschaftswachstum als oberstes Prinzip geben muss. Bhutan ist mit der Einführung des Bruttonationalglücks Vorreiter.  Wie kann man Glück messen? Wie glücklich sind wir in Deutschland als Gesellschaft?
Und woran könn(t)en wir erkennen, dass neben Leistung auch Wohlbefinden als Maßstab für Erfolg in Politik, Unternehmen, Schulen und der persönlichen Biographie gilt?
 
Wie Glück und Wohlbefinden gemessen werden, kann man sich zum Beispiel beim World Happiness Report, dem Glücksatlas der Deutschen Post, sowie dem Better Life Index des OECD ansehen. 
Das Wohlbefinden in allen gesellschaftlichen Bereichen ein essenzieller Faktor sein sollte, erscheint schlichtweg zuerst einmal logisch. Wer sich nicht gut fühlt, kann weniger gut arbeiten, lernen, kreativ sein und sich selbst weiterentwickeln.  Letztes Jahr habe ich an der OECD Konferenz in Paris teilgenommen. Dort haben sich viele Vertreter aus verschiedenen Ländern getroffen und darüber diskutiert wie genau man den Faktor des Wohlbefindens auch in der Politik als einen Maßstab einführen könnte. In anderen Ländern gibt es bereits tolle Projekte und Initiativen, die sich auch auf Landesebene damit befassen. Nach dieser Konferenz habe ich mich mit einem offenen Brief an die Regierung gewendet, da ich mit dem Ministerium für Glück und Wohlbefinden, die einzige Vertreterin aus Deutschland war. Es besteht hier also viel Nachholbedarf. Leider habe ich das Gefühl, dass die Relevanz dieser Thematik immer noch sehr weit hinter den ökonomischen Zielsetzungen angestellt wird. Ich werde weiterhin mit meiner Initiative dazu beitragen, Werbung für die Themen Glück und Wohlbefinden zu machen. Damit sie für uns alle zu einem wichtigen, wenn nicht sogar dem wichtigsten Begleiter in unserem Leben werden. So versuche ich die Themen auch in Unternehmen zu bringen und hoffe sehr, dass sie auch irgendwann fest in der Politik und der Wirtschaft verankert werden. 
 

 

Fokus auf die positiven Aspekte und Verantwortung übernehmen

Ein Sprichwort besagt, dass man seines Glückes Schmied ist. Doch es scheint, als falle das Glücklich-Sein manchen Menschen leichter und anderen schwerer – unabhängig von den äußeren Umständen.
Wie kommt es, dass wir uns und unser Wohlbefinden so häufig aus den Augen verlieren?
Zu welchem Anteil wird uns das Glück mit in die Wiege gelegt bzw. wie viel ist Glück selbst gemacht?
 
Dass Glücksempfinden auch von genetischen Faktoren abhängig ist, ist wissenschaftlich bewiesen. Manch einer ist ein optimistischerer Typ, ein anderer eher pessimistisch. Ein weiterer großer Faktor für das Glück spielt das Umfeld, in dem wir aufwachsen und welche Möglichkeiten sich uns bieten. Dennoch glaube ich fest daran, dass man im Rahmen seiner Möglichkeiten das eigene kleine Glück selbst in der Hand hat und so das persönliche Glücksempfinden beeinflussen kann – also, wenn man so mag, des eigenen Glückes Schmied ist. Man kann lernen seine Gedanken und Gefühle auf die positiven Aspekte im Leben zu richten, Negatives zwar zuzulassen, aber nicht so sehr ins Gewicht fallen zu lassen.Glücklichsein ist Arbeit, manchmal klappt das besser, manchmal schlechter, aber man darf nie vergessen, dass man für sich selbst in der Verantwortung steht. 
 
 

Sich selbst erkennen und das Glück entdecken

Glücklich-Sein geht nur in der Praxis. Was ist ein möglicher erster Schritt, um das Glück in die eigene Hand zu nehmen? Kannst du uns eine Aktivität oder Übung verraten, die das Glück unmittelbar fühlbar macht? Was ist ein möglicher erster Schritt, um durch das eigene Handeln einen Beitrag für eine gute Gesellschaft zu leisten?
 
Den einen ultimativen Glückstipp gibt es meiner Meinung nach nicht, aber es gibt unglaublich viele Möglichkeiten, wie wir unser persönliches Glück steigern können. Für mich beginnt das zuallererst immer mit der Verbundenheit zu sich selbst. Um zu wissen, was Glücklichsein für uns selbst eigentlich bedeutet, müssen wir uns kennenlernen. Das geht am besten, wenn man viel Zeit mit sich selbst verbringt. Nehmt zum Beispiel ein warmes Bad, hört euren Gedanken zu, genießt die Natur, kocht euer Lieblingsessen oder tanzt durch die Wohnung. Nehmt die kleinen Dinge wahr, die euch glücklich machen – und schätzt diese wert. Das kleine Glück wartet überall darauf, von euch entdeckt zu werden.
 
Um einen Beitrag für eine gute Gesellschaft zu leisten, bietet sich hier auch wieder an, im Kleinen anzufangen. Gut für sich selbst zu sorgen und seine eigenen Bedürfnisse zu kennen, bedeutet auch, besser für eure Lieblingsmenschen da sein zu können, liebe Gesten mehr wertzuschätzen und dankbar zu sein. Und das darf auch gesagt werden! Bedankt euch aufrichtig, schenkt anderen euer Lächeln und verteilt so euer Glück. Vielleicht lassen sich andere davon anstecken und die kleinen Gesten des Glücks verbreiten sich so immer mehr. 
 
 
 
Liebe Gina, vielen herzlichen Dank! Wenn jemand mehr von dir erfahren möchte, wo findet er/sie dich?
 
Alle Informationen zum Ministerium, den Angeboten und Materialien finden sich auf meiner Webseite: www.ministeriumfuerglueck.de
Außerdem findet man mich auf Instagram und Facebook. Bei direkten Anfragen kann man mich auch per Mail erreichen: Gina@MinisteriumfuerGlueck.de oder ihr hört mal in den ministerialen Podcast „Das kleine Glück“ rein.
Am liebsten lerne ich Menschen auf Veranstaltungen kennen, seien es Impulsabende, Workshops, Konferenzen oder Vorträge. Ich freue mich, wenn sich unsere Wege – online oder offline – kreuzen und wir uns in glücklicher Mission kennenlernen.

Gina Schöler ist Glücksministerin und hält Workshops, Vorträge und Events zu den Themen Zufriedenheit, Positive Psychologie und Lebensgestaltung.

Die Geschichte von den zwei reisenden Engeln

Diese Geschichte begleitet mich schon sehr lang. Ich rufe sie in Gedanken oft wach, wenn sich etwas nicht so entwickelt hat, wie ich mir gewünscht habe und vertraue darauf, dass alles gut so ist wie es ist.

 

Zwei reisende Engel machten Halt, um die Nacht im Hause einer wohlhabenden Familie zu verbringen. Die Familie war unhöflich und verweigerte den Engeln im Gästezimmer des Haupthauses auszuruhen.

Anstelle dessen, bekamen sie einen kleinen Platz im kalten Keller. Als sie sich auf dem harten Boden ausstreckten, sah der ältere Engel ein Loch in der Wand und reparierte es. Als der jüngere Engel fragte, warum, antwortete der ältere Engel: „Die Dinge sind nicht immer das, was sie zu sein scheinen.“

In der nächsten Nacht rasteten die beiden im Haus eines sehr armen, aber gastfreundlichen Bauern und seiner Frau. Nachdem sie das wenige Essen, das sie hatten, mit ihnen geteilt hatten, ließen sie die Engel in ihrem Bett schlafen, wo sie gut schliefen. Als die Sonne am nächsten Tag den Himmel erklomm, fanden die Engel den Bauern und seine Frau in Tränen. Ihre einzige Kuh, deren Milch ihr einziges Einkommen gewesen war, lag tot auf dem Feld. Der jüngere Engel wurde wütend und fragte den älteren Engel, wie er das habe geschehen lassen können?

„Der erste Mann hatte alles, trotzdem halfst du ihm“, meinte er anklagend. „Die zweite Familie hatte wenig, und du ließt die Kuh sterben.“ „Die Dinge sind nicht immer das, was sie zu sein scheinen“, sagte der ältere Engel. „Als wir im kalten Keller des Haupthauses ruhten, bemerkte ich, dass Gold in diesem Loch in der Wand steckte. Weil der Eigentümer so von Gier besessen war und sein glückliches Schicksal nicht teilen wollte, versiegelte ich die Wand, sodass er es nicht finden konnte. Als wir dann in der letzten Nacht im Bett des Bauern schliefen, kam der Engel des Todes, um seine Frau zu holen. Ich gab ihm die Kuh anstatt dessen. Die Dinge sind nicht immer das, was sie zu sein scheinen.“

Verfasser unbekannt

Handwerkskunst und Achtsamkeit – fünf Fragen an die Goldschmiedin Michaela Römer

Über die achtsame Haltung einer Goldschmiedemeisterin – von der Idee bis zum Feierabend.

Freiheiten eines Traumjobs

Liebe Michaela, du bist Goldschmiedemeisterin – seit 25 Jahren und mit ganzem Herzen.
Wie hast du zu diesem Beruf gefunden? Was begeistert dich an der Tätigkeit, und ist dein Beruf auch deine Berufung? Es ist ja etwas, das für viele Menschen Traum ist und Traum bleibt, da oft sehr schwer realisierbar.

Im Grunde hat der Beruf mich gefunden… ich habe es schon immer geliebt, mit meinen Händen Dinge zu schaffen. Meine Wurzeln in der Goldstadt Pforzheim eröffneten mir früh die Chance, meinen vielen Ideen über das Goldschmiedehandwerk Form zu geben – und diese Faszination hat mich nie wieder losgelassen.
Die Freiheit das zu schaffen, was mir Freude macht und meinen Kunden gefällt… zu Uhrzeiten, die ich selbst bestimmen kann, machen meinen Beruf zu meinem Traumjob.

Von der Idee in den Flow

Für viele Menschen besteht der Arbeitsalltag aus Multitasking, Stress und bewegungsarmer Bildschirmarbeit. Achtsam im gegenwärtigen Augenblick sein ist da sehr schwierig.
Erlebst du regelmäßig Momente des Flows, weil dich dein Handwerk ganz automatisch mehr ins Sein als ins Tun führt? Inwiefern äußert sich die Achtsamkeit in deiner Arbeit?

Ja, ich vergleiche das gerne mit einem Traum … Um ihn wahr werden zu lassen, musst du anfangen zu planen. Ich liebe diesen Prozess, weil Planen der erste Schritt ist, etwas Vages sichtbar und greifbar zu machen. Es ist schon fast eine Erleichterung für mich, wenn ich danach endlich beginnen kann, mit meinen Händen zu arbeiten, um die entstandene Idee in etwas zu verwandeln, was du sehen, fühlen … und tragen kannst … das ist mein Flow.

Wie Kreativität gelingt

Nicht nur dein Schmuck ist wunderschön, du setzt deine Werke auch fotografisch künstlerisch und stilvoll in Szene und kreierst somit gewissermaßen Kunst um die Kunst.
Kreativität funktioniert nicht auf Knopfdruck – wie erweckst du sie zum Leben? Hast du ein Ritual, ehe du in den Schaffensprozess einsteigst?

Jeden Morgen bevor ich aufstehe überlege ich mir drei Dinge, für die ich dankbar bin und drei Dinge, die meinen Tag erfolgreich machen werden… und während ich nach meinen Yoga-Übungen meditiere, konzentriere ich mich zusätzlich auf eine innere Einstellung, die mich durch den Tag begleiten soll… 

Urlaubsinspiration und Kessel-Chips am Ofen

Wie findest du die Balance zwischen Arbeit und Freizeit? Hat man überhaupt Feierabend oder Urlaub, wenn Arbeit und Leidenschaft verschwimmen? Und wenn ja, wie lautet dein Geheimrezept für wahres Abschalten?

Tatsächlich würde ich – wenn der Tag 3 Stunden mehr hätte – mir drei weitere Stunden wünschen, in denen ich arbeiten kann. Urlaub bedeutet für mich immer auch, neue Inspirationen für meine Arbeit zu finden.
Die Zutaten zu meinem Geheimrezept sind ein Bierchen mit ein paar Kessel-Chips am Ofen… oder eine Tasse Tee mit einem Stück handgeschöpfter Schokolade… meinen lieben Mann daneben… und dann schmieden wir Pläne… Das lässt mich besser abschalten als ein heißes Bad… meistens…

Kraft tanken am Meer

Auf deiner Website beschreibst du in ein paar Sätzen die Höhen und Tiefen des selbstständigen Arbeitens: Ausprobieren, scheitern, weitermachen, Erfolge feiern. Energie verbrauchen und sie wieder aufladen.
Was ist deine Kraftquelle, um den eigenen Akku wieder zu füllen?

Am schnellsten und nachhaltigsten laden sich meine Akkus bei einem stundenlangen Strandspaziergang auf. Das Laufen im Sand mit meinen Füßen im Meer ist Magie für meinen Körper und das Rauschen der Wellen Musik für meine Seele…

Liebe Michaela, vielen herzlichen Dank! Wenn jemand mehr von dir erfahren möchte, wo findet er/sie dich?

Wenn jemand nun neugierig auf mein HAeNDeWERK geworden ist, seid ihr herzlich eingeladen, mich unter hello@michaelaroemer.de direkt anzuschreiben, oder mehr von meiner Arbeit und mir auf meiner Website, Instagram, Pinterest oder auch auf Facebook zu entdecken.

Michaela Römer ist Goldschmiedemeisterin mit Hand, Herz, Kopf und Seele. Aufgewachsen in einem kleinen Ort nahe der Glodstadt Pforzheim, hat sie dort ihre Ausbildung zur Goldschmiedin gemacht und 1995 die Meis­ter­prü­fung in der Pforz­hei­mer Gold­schmie­de­schu­le erfolgreich ab­sol­viert.

 

Achtsamkeit als Schlüssel für Präsenz

Illustration von emotiontaste

Sanduhr

»Die Zeit verwandelt jede Zukunft durch den kurzen Augenblick der Gegenwart in Vergangenheit.

Das Leben ist wie eine Sanduhr: Jeder Moment ist ein Sandkorn.

Eins nach dem anderen rinnt in das untere Glas, in dem sich alles Erlebte auftut. Das obere Glas verbirgt seine Inhalte. Es hortet die ungeschriebene Zukunft, von der niemand weiß, wie viele Sandkörner sie noch birgt.

Seit sich kurz nach meiner Ankunft in Lima das schlichte Ticktack des Sekundenzeigers so tief in mein Bewusstsein eingrub, war das Spiel mit der Zeit ein Spiel gegen die Zeit.

8.640.000 Mal Tick.

8.640.000 Mal Tack.

Zweihundert Tage sind heute vorbei.

Sie füllen das untere Glas.

Mein Wunsch?

Die Sanduhr auf den Kopf stellen!«

Dieser Text ist ein Auszug aus meinem Buch Zwischen den Zeilen reisen. Fast zehn Jahre liegen zwischen diesen Worten und dem Heute – am 30. Juni 2010 endete mein zweiter Südamerika-Aufenthalt. Eine besondere und sehr prägende Zeit.

Was kann Achtsamkeit bewirken?

Heute weiß ich, dass Achtsamkeit der Schlüssel für ein tieferes Sein ist. Es ist ganz leicht, das eigene Leben zu verpassen: Wir sind in Gedanken verloren, nicht ganz bei der Sache oder auf dem Sprung. Unserer Zeit oft ein Stück hinterher oder voraus. Im Anhaften versuchen wir die Zeit anzuhalten, wollen zurückhaben, was schön war, oder überspringen, was unschön ist. Doch so funktioniert das Leben nicht.

Sind wir achtsam und präsent im gegenwärtigen Augenblick, haben wir in diesem Moment vollkommen gelebt. Sich ganz auf das Jetzt einzulassen, ganz gleich, was es bringt, macht lebendig und zufrieden.

Die Bedeutung von Zielen – fünf Fragen an den Autor Dennis Fischer

Über die Bedeutung von Zielen, nachhaltiges Lesen und die Kunst des Anfangens

Erfolgreich um die Ecke denken

Hallo Dennis, du bist Autor, Berater und Speaker und hast in den letzten Jahren über 500 Business-Ratgeber gelesen. Damit begonnen hast du, weil deiner Ansicht nach sowohl in der Schule als auch in der Hochschule essenzielle Fragen nicht thematisiert wurden.
Welche Fragen sind dies beispielsweise? Und: Hast du die Antworten in den Büchern gefunden?

Liebe Johanna, du hast mich um kurze Antworten auf deine Fragen gebeten. Alleine über dieses Thema könnte ich allerdings ein ganzes Buch verfassen. =)
Je weiter meine Schulzeit zurück liegt, desto mehr wird mir bewusst, wie wenig ich über das „eigentliche Leben“ gelernt habe. In der Schule wurde der Erfolg einzig und allein an Noten gemessen. Querdenkern, Schulschwänzern und Freaks wurde prophezeit, dass aus ihnen nie etwas wird, wenn sie schlecht in der Schule sind.
Mittlerweile ist mir klar, dass genau diese Menschen später wirklich Herausragendes leisten, weil sie um die Ecke denken. Weil sie sich Fragen stellen wie „Was bedeutet Erfolg für mich wirklich?“, „Wie gehe ich richtig mit Geld um?“ oder „Wie organisiere und strukturiere ich mich am besten?“.
Alle diese „Soft Skills“ haben wir in der Schule nie gelernt. Mal abgesehen von Themen wie Achtsamkeit, Meditation oder Programmierung.
Das ändert sich sicherlich aktuell. Aber bis es ein Thema auf den Lehrplan einer staatlichen Schule schafft, vergehen meistens 10 Jahre und mehr. Die Schule wird also immer hinterher sein.
Um zum Abschluss noch deine Frage zu beantworten: Ja, ich habe sehr viele Antworten in den Büchern gefunden. =)

Die Bedeutung von Zielen

Die Menschen haben sich schon immer Gedanken über den Sinn des Lebens, die persönliche Entwicklung und den Weg zum Glück gemacht.
Gibt es ein Thema, das du zwischen all den Buchdeckeln am häufigsten gefunden hast bzw. anders gefragt: Was ist die Essenz aus all deinen Lesestunden?

Das ist richtig. Ich lese gerade ein Buch über die Stoiker. Wahnsinnig spannend, wie sich die Menschen schon 100 n. Chr. die gleichen Fragen gestellt haben, die wir uns heute noch stellen.
Die Essenz aus allen Büchern ist für mich wirklich das Thema „Ziele“. Warum solltest du deine Zeit besser managen, täglich Sport treiben oder monatlich 1.000 Euro ansparen, wenn du gar nicht weißt wofür du es tust?
Hier gilt wie immer das Zitat von Seneca: „Wenn du nicht weißt wohin du segeln willst, ist kein Wind der richtige.“
Erst wenn wir einen Grund, ein Ziel, eine Vision haben, fällt es uns leicht uns für die anderen Themen zu motivieren.

 

Wie man sich beim Lesen das Wichtigste merkt

Welche Möglichkeit hat sich für dich bewährt, um wichtige Infos aus Büchern, Magazinen oder Artikeln gut wiederfinden zu können?

Ein Notizbuch für alle Bücher. Ich lese meine Bücher folgendermaßen: Während des Lesens markiere ich mit kleinen Haftmarkern interessante Stellen, die ich mir merken möchte. Im Anschluss gehe ich erneut durch das Buch und schreibe mir die markierten Stellen in mein Notizbuch heraus. So kann ich immer wieder durchblättern und mir spannende Denkanstöße in Erinnerung rufen.
Wenn sich aus einem Buch für mich konkrete To-Dos ergeben, die ich direkt umsetzen möchte, übertrage ich sie gleich in meine To-Dos-Liste.

Ein Trick, um die eigenen Ideen und Vorhaben umzusetzen

Wir leben in einer Wissensgesellschaft, das Knowhow für eine persönliche Veränderung ist überall verfügbar – doch umsetzen müssen wir die Impulse selbst. Dir geht es in deinem Tun darum, Menschen ins Handeln zu bringen und sie dabei zu unterstützen, ihre Ziele zu erreichen – das ist die Königsdisziplin in der Gesundheitsförderung.
Kannst du einen Tipp oder eine Übung verraten, wie man langfristig vom Wissen ins Tun kommt, wenn man ein gutes Buch ausgelesen hat?

Die 5-Minuten-Regel! Direkt nach dem Beenden eines Buches nimmst du dir 5 Minuten. Nicht mehr und nicht weniger. Du fragst dich: „Was kann ich in den nächsten 5 Minuten direkt umsetzen?“ Es gibt immer irgendetwas. Sich für einen Kurs anmelden, eine E-Mail schreiben, jemanden anrufen, etwas aussortieren ….
Meistens dauert es dann doch länger als 5 Minuten, aber das ist genau der Trick. Das Anfangen fällt uns am schwersten. Deshalb können wir uns hiermit leicht selbst überlisten.

Das passende Buch

Welche drei Bücher zum Thema Persönlichkeitsentwicklung kannst du – neben deinem eigenen „52 Wege zum Erfolg“ – besonders empfehlen?

Das ist eine sehr gute Frage, auf die ich mittlerweile keine pauschale Antwort mehr geben möchte. Als ich vor 4 Jahren angefangen habe Bücher zu rezensieren und zu empfehlen, dachte ich jeder muss bestimmte Autoren gelesen haben: John Strelecky, Stephen Covey, David Allen, Cal Newport etc.
Irgendwann habe ich aber gemerkt, dass jeder meiner Blogleser gerade eine andere Frage an das Leben hat. Die eine möchte endlich ihre Finanzen in den Griff bekommen, während der andere achtsamer werden will.
Wir sollten aufhören Bücher nur zu lesen, weil sie uns wärmstens empfohlen wurden oder 100 positive Amazon-Rezensionen haben. Stattdessen sollten wir uns ehrlich fragen: „Was ist gerade mein Engpass? Wo möchte ich aktuell wirklich besser werden? Was interessiert mich brennend?“.
Ein passendes Buch, das Antworten auf deine konkreten Fragen liefert, wirst du verschlingen und auch wirklich etwas daraus umsetzen.

Mehr über Dennis Fischer

Lieber Dennis, vielen herzlichen Dank! Wenn jemand mehr von dir erfahren möchte, wo findet er/sie dich?

Danke dir! Gerne auf meiner Seite www.52ways.de oder auf meinem Podcast vorbeischauen, oder mich auf LinkedIn kontaktieren.

Dennis Fischer ist erfolgreicher Autor, Berater und Speaker. Bei allem was er tut, geht es ihm darum Menschen ins Handeln zu bringen und ihnen dabei zu helfen ihre Ziele zu erreichen.

Die Geschichte von den zwei Wölfen

Eines Abends erzählte ein alter Cherokee-Indianer seinem Enkelsohn am Lagerfeuer von einem Kampf, der in jedem Menschen tobt. 

Er sagte: „Mein Sohn, der Kampf wird von zwei Wölfen ausgefochten, die in jedem von uns wohnen.
Einer ist böse. Er ist der Zorn, der Neid, die Eifersucht, die Sorgen, der Schmerz, die Gier, die Arroganz, das Selbstmitleid, die Schuld, die Vorurteile, die Minderwertigkeitsgefühle, die Lügen, der falsche Stolz und das Ego.

Der andere ist gut. Er ist die Freude, der Friede, die Liebe, die Hoffnung, die Heiterkeit, die Demut, die Güte, das Wohlwollen, die Zuneigung, die Großzügigkeit, die Aufrichtigkeit, das Mitgefühl und der Glaube.“

Der Enkel dachte einige Zeit über die Worte seines Großvaters nach, und fragte dann: „Welcher der beiden Wölfe gewinnt?“

Der alte Cherokee antwortete: „Der, den du fütterst.“

Fokus auf das Gute: Welche Chancen entstehen durch die Corona-Krise?

Persönliche Schicksalsschläge, wirtschaftliche Herausforderungen, Homeoffice mit gleichzeitiger Kinderbetreuung, Kontaktverbote usw. – die Nachrichten werden von negativen Ereignissen dominiert.
Doch ohne dies auszublenden, kann man mit verändertem Fokus auch eine andere Seite entdecken: Entschleunigung, Miteinander, Kreativität, Fortschritte in der Digitalisierung, persönliche Entwicklung, ein Umdenken im Klimaschutz usw..

Nachdem ich den Artikel Corona: Krise, Herausforderung und Riesenchance veröffentlicht habe, war ich gespannt auf weitere Ansichten. Darum habe ich u.a. einen Gesundheitswissenschaftler, einen Psychologen, die Glücksministerin, Achtsamkeitstrainerinnen, Autor(inn)en, Minimalist(inn)en, eine Ordnungsexpertin, Mindset-Expert(inn)en und Reiseblogger(inn)en gefragt, welche Chancen ihrer Meinung nach durch die Corona-Krise entstehen.
Es sind spannende, vielfältige und wertvolle Antworten zusammengekommen.

Vielen herzlichen Dank an alle, die so spontan und engagiert mitgemacht haben.
Ich wünsche viel Freude beim Lesen der positiven Impulse.
Johanna

P.S. Weitere Beiträge nehme ich gern entgegen. Einfach anschreiben.

Denise Colquhoun: Bedacht konsumieren und schätzen, was wir oft für selbstverständlich halten

„Höher, schneller, weiter … damit ist seit Mitte März schlagartig Schluss. Wenn ich einen Wunsch frei hätte dann wäre das, dass wir auch in Zukunft ein bisschen bedachter mit unserer Zeit und unseren Ressourcen umgehen. Wenn wir in Zukunft die Dinge schätzen lernen, die wir gerade am meisten vermissen und bisher für selbstverständlich gehalten haben. Ich bin ein großer Fan von bedachtem Konsum und habe die große Hoffnung, dass sich unsere Werte in Zukunft ändern werden. Gerade jetzt sehen wir, was wir wirklich brauchen und wie wenig das eigentlich ist.“

Die aktuelle Lage kann mich nicht erschüttern. Zwar musste auch ich mich Anfangs auf die neue Situation einstimmen, doch nach wenigen Tagen habe ich es als Chance gesehen. Als Chance, neue Wege zu finden und mich auf das Wesentliche zu fokussieren.

Was mir im Moment Kraft schenkt, ist ausreichend Schlaf, der Blick in den Garten und gutes Essen auf dem Tisch. Und als alleinerziehende Mutter von drei Kindern, sind die freien Wochenenden alle 14 Tage von ganz besonderem Wert. 

Denise Colquhoun hilft als Fräulein Ordnung Menschen, schöner zu wohnen und unnötigen Ballast abzuwerfen. Viele Anregungen, wertvolle Ordnungstipps – aber auch das kleine Glück gibt es auf ihrem Blog www.fraeulein-ordnung.de.

Denise auf Facebook | Instagram

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Tobias Esch: Üben, was gut tut und die eigene Stressfestigkeit verbessern

„Corona bedeutet für fast alle von uns Stress. Manche haben ihre Arbeit verloren, andere werden von neuen Aufgaben überschüttet.  Manche haben plötzlich einen leeren Tag, den sie füllen müssen, andere müssen zuhause Home Office und Kinderbetreuung vereinbaren. Was uns alle betrifft: die Angst, dass jemand, den wir lieben, vielleicht schwer erkrankt oder stirbt. Keiner weiß, wie es weitergeht – gesundheitlich, wirtschaftlich, sozial.

Genau das ist Stress. Und so ist Corona eine gute Gelegenheit, an der eigenen Stressfestigkeit zu arbeiten, Das heißt: sich ganz bewusst neu aufzustellen und das, was wichtig ist und gut tut, zu üben, gerade jetzt: Regelmäßig essen. Kochen. Eine warme Hauptmahlzeit. Genug trinken. Früh ins Bett. Jeden Tag rausgehen oder zuhause bewegen. Kontakt pflegen zu Familie und Freunden. Andere unterstützen. Informationshygiene: Nur ein begrenztes, selbst gewähltes Maß an (bad) News am Tag zulassen. Täglich eine kurze Zeit der inneren Einkehr widmen. Entrümpeln: Es ist eine gute Zeit, um zu sehen, was wichtig ist und was man braucht – und was nicht. Vor allem aber: Sich immer wieder bewusst aus Grübeleien und Zukunftsängsten, so berechtigt sie sein mögen, lösen und auf das Jetzt, den gegenwärtigen Moment beziehen. All das erhöht unsere Möglichkeit, mit Stress besser umzugehen – jetzt und in Zukunft.

Übrigens: Die Uniambulanz Witten gibt auf ihrem youtube-Kanal einmal wöchentlich einen Impuls mit Anregungen zu genau diesen Elementen der Gesundheitsförderung und des Stressmanagements. Lassen Sie sich unterstützen und schauen Sie „bei uns“ rein!“

Und hier ist auch schon der erste clip:

https://www.youtube.com/watch?v=PGnTjcCAX58

Tobias Esch ist Mediziner, Gesundheitswissenschaftler und Autor und insbesondere im Bereich der Gesundheitsförderung und Prävention tätig. Als Pionier einer ganzheitlichen Allgemeinmedizin sowie als Experte für die Neurobiologie des Glücks, prägte er die Integrative Gesundheitsförderung in Deutschland.  Seit 2016 forscht und lehrt er an der Universität Witten/Herdecke.

Copyright: Lukas Schulze

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Dennis Fischer: Jetzt ist die Zeit zum Investieren!

„Damit meine ich nicht nur das Thema „Geld investieren“, sondern vor allem sollten wir jetzt in unsere Zukunft investieren. Wenn wir die beiden Aspekte Proaktivität und Digitalisierung miteinander kombinieren und in unsere DNA aufnehmen, werden wir in den nächsten Jahren unaufhaltbar.“

Ich beobachte gerade zwei Typen von Menschen. Die einen sitzen die Corona-Krise aus, legen die Füße hoch und warten bis alles wieder wie früher wird. Die anderen haben verstanden, dass es nie wieder genauso wie vorher wird und nehmen ihre Zukunft selbst in die Hand.
Sie bilden sich weiter, passen ihr Geschäftsmodell an oder helfen Menschen, denen es noch schlechter geht.

Ich wünsche mir, dass jetzt alle aufwachen und erkennen, dass diese Krise eine riesige Chance bietet. Neben der Umwelt, die gerade einen tiefen Atemzug nimmt und sich ein wenig erholt, bin ich vor allem von der schnellen Digitalisierung in Deutschland begeistert. Homeoffice, Remote-Meetings und zoom-Calls waren vor wenigen Wochen noch Fremdwörter. Jetzt sind sie nicht mehr wegzudenken.

Wenn wir diese beiden Aspekte: Proaktivität und Digitalisierung miteinander kombinieren und in unsere DNA aufnehmen, werden wir in den nächsten Jahren unaufhaltbar.

Dennis Fischer ist erfolgreicher Autor, Berater und Speaker. Bei allem was er tut, geht es ihm darum Menschen ins Handeln zu bringen und ihnen dabei zu helfen ihre Ziele zu erreichen.

Wenn du mehr über ihn erfahren möchtest, lies am besten sein Buch: „52 Wege zum Erfolg“ oder schaue auf seinem erfolgreichen Blog www.52ways.de vorbei.

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Sabrina Haase: Stress macht uns auch kreativer, leistungsfähiger und emphatischer

„In jeder Krise steckt meiner Meinung nach viel Wachstumspotenzial. Immer dann, wenn wir etwas verlieren oder sich unser Umfeld verändert, beginnen wir, unsere Werte zu reflektieren. Das wiederum steigert unsere Veränderungsbereitschaft zugunsten unserer persönlichen Werte und Ziele. Wir wissen plötzlich wieder Dinge zu schätzen, die aktuell nicht möglich sind – zugleich bemerken wir aber auch, was uns gut tut und worauf wir getrost verzichten können.“

Welche positiven Veränderungen / Entwicklungen kannst du beobachten (bei dir und in der Gesellschaft)?
Für viele bedeutet es gerade viel Stress. Doch macht uns gerade dieser Stress auch kreativer, leistungsfähiger und emphatischer. So viel soziales Engagement und Mut, sich mit mehr oder weniger bekannten Menschen zu verbinden, ist sehr beeindruckend. Bei meinen Kunden beobachte ich auch, wie viele kreative Ideen und Aktionen aus der Not heraus entstanden sind,  auf die sie sonst nicht gekommen wäre. Allein die spontane Umstellung auf digitale Medien fand ich sehr spannend. Jeder Trainer war plötzlich online sichtbar. Ich selbst habe auch einen Teil meiner Kunden nun digital betreut. Für einen meiner Unternehmenskunden habe ich sogar ein Gruppencoaching online durchgeführt, was ich mir vorher in dieser Form nie vorgestellt hätte. Erstaunlicherweise waren meine Klienten viel offener und gesprächiger – vermutlich, weil sie sich in ihrer häuslichen Umgebung viel sicherer gefühlt haben.

Was gibt dir jetzt Kraft?
Das sind verschiedene Faktoren: zum einen meine Familie, meine täglichen Aufgaben und Strukturen, aber auch meine innere Einstellung. Ich nutze beispielsweise die Krise aktiv, um mich mit neuen, insbesondere digitalen Themen zu beschäftigen, die ich schon lange vor mich hergeschoben habe. Ebenso unterstütze ich vermehrt Menschen, denen es härter getroffen hat, als mich bzw. mein Unternehmen. Das tut sehr gut.

Was sollten wir uns von dieser Zeit bewahren? / Was wünschst du dir für “danach“ (im kleinen Kreis, aber auch für das große Ganze)?
Für gewöhnlich passen wir uns schneller wieder an alte Kontexte an, als gedacht. Wichtig ist es daher, schon jetzt genau zu überlegen, was wir wie beibehalten wollen. In meinem Falle ist es beispielsweise das positive, unterstützende Miteinander auch mit fremden Menschen, wie auch der vermehrte Einsatz digitaler Medien in meinem Business als Mental Coach. So sehr ich den persönlichen Kontakt schätze, machen uns digitale Medien eben auch unabhängiger, insbesondere in Krisen wie Corona, dessen Ende noch gar nicht abschätzbar ist.

Sabrina Haase (M.A. Sportwissenschaft und Psychologie, Mental Coach, Motivations- und Stress Expertin, Autorin) leitet das Performance Institute Hamburg.
Anlässlich der Corona Krise bietet sie am 28.4 zwischen 16-18 Uhr ein kostenloses 25min Impuls-Coaching an. Anmeldung über das Kontaktformular ihrer Seite mit dem Stichwort Instagram.

Sabrina auf Instagram | Xing

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Christof Herrmann: Aus dem aktuellen Geschehen lernen – individuell, gesellschaftlich, politisch und institutionell

„Ich glaube, dass wir – individuell, gesellschaftlich, politisch und institutionell – aus dem aktuellen Geschehen lernen und nach der Pandemie gestärkt und weiser hervorgehen werden.
(…)
Dass in der Gesundheits- und Krankenpflege Personalmangel herrscht, niedrige Löhne gezahlt werden, aber trotzdem die Verantwortung hoch und die Arbeitszeiten lang sind, ist seit Jahren bekannt. Geändert hat sich nicht viel. Während der Coronavirus-Krise verschärft sich der Pflegenotstand. Vielleicht ist das eine Chance, diesen wichtigen Beruf endlich aufzuwerten und die Arbeitsbedingungen zu verbessern. Das würden die Ausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflege und das Studium der Pflegewissenschaften attraktiver machen.“

Auszug aus dem Artikel 10 positive Aspekte, die wir der Coronavirus-Krise abgewinnen können, den Christof auf seinem Blog veröffentlicht hat, um der Verunsicherung und den negativen Nachrichten etwas Positives entgegenzusetzen.

Christof Herrmann schreibt auf seinem Blog www.einfachbewusst.de über Minimalismus, Nachhaltigkeit, vegane Ernährung und Wandern.

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Sarah Hirschauer: Zeit für Herzensangelegenheiten – die liebsten Dinge und die ungelösten Gefühle

„Schon irgendwie ein Luxus, viele Dinge tun zu können, die Herzensangelegenheiten sind. Das wäre doch dauerhaft eine Welt, in der jeder Zeit hätte, täglich seinen lieben Themen nachzugehen! Gleichzeitig kommt in so viel freier Zeit auch Schmerz hoch. Ungelöste Gefühle, die den Weg zeigen, dass alte Geschichten nicht mehr zum Neuen passen. Letztendlich wohl eine Einladung leichter unterwegs zu sein und die dann neu entstandene Kraft in guter Weise zu nutzen.“

Wenn ich über die Zeit nachdenke, dann gibt es gerade die “Zeit vor Corona“ und die “Zeit nach Corona“. Vor Corona war gefühlt vieles anders. Jetzt habe ich viel freie Zeit zur Verfügung, die gestaltet werden will. Wunderbar, um fast jeden Tag den Wald zu besuchen, das Gemüsebeet vorzubereiten und intensiv Yoga zu üben. Schon irgendwie ein Luxus, viele Dinge tun zu können, die Herzensangelegenheiten sind. Das wäre doch dauerhaft eine Welt, in der jeder Zeit hätte, täglich seinen lieben Themen nachzugehen! Gleichzeitig kommt in so viel freier Zeit auch Schmerz hoch. Ungelöste Gefühle, die den Weg zeigen, dass alte Geschichten nicht mehr zum Neuen passen. Letztendlich wohl eine Einladung leichter unterwegs zu sein und die dann neu entstandene Kraft in guter Weise zu nutzen.
Was mein Umfeld betrifft, bin ich inspiriert von den vielen Fahrradfahrern, die täglich an mir vorbeifahren. Sie gehen mit gutem Beispiel voran, was ich noch ausbauen könnte. Für den erwünschten Umweltschutz brauchen wir wohl auch mehr Zeit zur Verfügung, um neue Verhaltensweisen anzutrainieren und beizubehalten. Am meisten freut mich auch die “Geber-Mentalität“. Das einzubringen, was ein jeder ganz besonders gut kann und gebraucht wird im großen Ganzen. Beispiele gibt es überall und das Schöne ist, dass vieles was vorher nicht ging, plötzlich in rasantem Tempo umgesetzt wird.

Sarah Hirschauer ist Managerin für angewandte Gesundheitswissenschaften und unterrichtet Yin-Yoga und Entspannung. 

Sarah auf Instagram

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Lina Jachmann: Der Wert von Zeit

„Eineinhalb Meter Abstand beherrschen das Land. “Social distancing“ nennen es die Medien. Doch der Begriff ist nicht ganz glücklich gewählt. Denn eigentlich geht es um Physical Distancing. Auf der einen Seite geht es also um Abstand, gleichzeitig ist zu beobachten, dass wir durch Corona enger zusammenrücken, aufeinander Rücksicht nehmen und uns über andere Kanäle verbinden. Es entsteht Raum für Solidarität und Kreativität.
(…) Vielleicht werden die Menschen rückblickend sagen, dass sie von Corona gelernt haben, dass die wichtigsten Dinge im Leben keine Dinge sind.“

Unsere Nachrichten dominiert seit Wochen nur ein einziges Thema: die Corona Krise. Es mag an der phonetischen Alliteration liegen und an den überwältigenden Auswirkungen, die diese globale Pandemie mit sich bringt, dass wir kaum eine Schlagzeile über die “Corona Chance“ zu lesen bekommen. Auf den ersten Blick erleben wir alle massive Einschränkungen und großen Verzicht. Wir können plötzlich nicht mehr normal zur Arbeit oder in die Schule gehen, nicht mehr Reisen und unsere Liebsten nicht mehr wie gewohnt treffen und in den Arm nehmen.

Eineinhalb Meter Abstand beherrschen das Land. “Social distancing“ nennen es die Medien. Doch der Begriff ist nicht ganz glücklich gewählt. Denn eigentlich geht es um Physical Distancing. Auf der einen Seite geht es also um Abstand, gleichzeitig ist zu beobachten, dass wir durch Corona enger zusammenrücken, aufeinander Rücksicht nehmen und uns über andere Kanäle verbinden. Es entsteht Raum für Solidarität und Kreativität: junge Menschen kaufen für Ältere ein und übergeben die Einkäufe kontaktfrei, Omas und Opas lesen ihren Enkeln per Video-Konferenz Geschichten vor und Freunde verabreden sich zum virtuellen Spieleabend.

In der Arbeitswelt kann die Digitalisierung nun ihr volles Potential entfalten. Verstaubte Strukturen und alte Gewohnheiten werden radikal hinterfragt und revolutioniert. Mit dem Ergebnis, dass manche Berufstätige überrascht feststellen, wie viele der – ach so wichtigen –Businesstrips der vergangenen Jahre durch eine einfache E-Mail oder einen Anruf hätten erledigt werden können.

Plötzlich ist Raum da, um den eigenen Konsum kritisch zu hinterfragen und neue Wege auszuprobieren. Abgesehen von der Grundversorgung haben die Läden geschlossen. Die Sharing Economy, Selbermachen, Neues Lernen und Tauschen stehen daher hoch im Kurs. Wer Nähen kann versorgt das Umfeld nun mit selbstgemachten Mundschutzmasken, Sauerteigstarter werden eifrig an Neubäcker*innen verschenkt, Kleidung und Konsumgüter gebraucht über Internetplattformen erworben und die Bohrmaschine kontaktfrei aus der Nachbarschaft geborgt.

Diese besondere Zeit gibt uns die Möglichkeit, um kurz innezuhalten und herauszufinden was wirklich wichtig ist. Vielleicht werden die Menschen rückblickend sagen, dass sie von Corona gelernt haben, dass die wichtigsten Dinge im Leben keine Dinge sind.

Lina Jachmann ist Kreativdirektorin und Autorin. Sie beschäftigt sich seit vielen Jahren mit den Themen Lifestyle und Zeitgeist. Bei Knesebeck sind ihre Bücher „Einfach leben“, der „Einfach leben – Praxis-coach“ und „Magic Morning“ erschienen. Die ersten beiden Bücher widmen sich dem Thema Minimalismus und das neuste Buch den Morgenroutinen.

Lina auf Instagram 

Copyright: Marlen Mueller

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Cornelia Kausch: Zufriedenheit und Miteinander, aber auch Ängste und Misstrauen

„Ich erfahre Freude und Zuversicht, Genuss mit dem was man hat, Zufriedenheit im Sein und im Hier und Jetzt. Ich erfahre einen wohlwollenden Austausch, ein Hallo wenn man sich regelmäßig begegnet, obwohl man sich nicht kennt. Ruhe und Sinnhaftigkeit sowie Kreativität und Zeit für Dinge, die ich immer schon anpacken wollte. Ich nehme wahr, wieviel Väter mit ihren Kindern unterwegs sind und Spass haben.
Und:
Ich erfahre Ängste und Kontrollverlust in der Gesellschaft, das was vermeintlich planbar war und auch Sicherheit gegeben hat, ist plötzlich nicht mehr planbar und dient auch nicht mehr als Anker, entsprechend muss ich etwas Neues suchen. Das macht die Menschen unsicher.

Ich wünsche mir die Einführung von Liebe und Zugehörigkeit als neue Messeinheit in unseren Unternehmen, mit einer Gewichtung die ähnlich stark ist wie Profit.

Welche Chance erkennst du in der aktuellen Situation?

Dass die Menschen tatsächlich diese Chance nutzen um mehr von Innen nach Aussen zu schauen und realisieren, dass nur im Innen das Glück und die Zufriedenheit liegt. Müßiggang ist aller Liebe Anfang, Ruhe, die wir erleben, die Explosion der Natur, die sich von unseren Nöten in keiner Weise tangieren lässt, ist fantastisch.

Welche positiven Veränderungen / Entwicklungen kannst du beobachten (bei dir und in der Gesellschaft)?

Ich erfahre Freude und Zuversicht, Genuss mit dem was man hat, Zufriedenheit im Sein und im Hier und Jetzt. Ich erfahre einen wohlwollenden Austausch, ein Hallo wenn man sich regelmäßig begegnet, obwohl man sich nicht kennt. Ruhe und Sinnhaftigkeit sowie Kreativität und Zeit für Dinge, die ich immer schon anpacken wollte. Ich nehme wahr, wieviel Väter mit ihren Kindern unterwegs sind und Spass haben.

Und:

Ich erfahre Ängste und Kontrollverlust in der Gesellschaft, das was vermeintlich planbar war und auch Sicherheit gegeben hat, ist plötzlich nicht mehr planbar und dient auch nicht mehr als Anker, entsprechend muss ich etwas Neues suchen. Das macht die Menschen unsicher. Ich spüre mehr Mißtrauen im Umgang miteinander, mehr Polarisierung und Feindseligkeit, mehr Fremdenhass und auch fehlende Reflektion. Ich spüre, dass die Menschen sehr gerne ein Bild davon malen, dass nach Corona die Dinge wieder so sein werden wie vorher.

Was gibt dir jetzt Kraft?

Meine tägliche innige und ausgedehnte Verbindung mit der Natur und mit den Menschen die ich liebe sowie auch meine Kunden, die meine Arbeit auch On-line annehmen und mich schätzen

Was sollten wir uns von dieser Zeit bewahren? / Was wünschst du dir für “danach“ (im kleinen Kreis, aber auch für das große Ganze)?

Mehr Ruhe und Besonnenheit, die Einführung von Liebe und Zugehörigkeit als neue Messeinheit in unseren Unternehmen, mit einer Gewichtung die ähnlich stark ist wie Profit. Reduktion von Reisen und dramatischer Zerfall der ‚Möchtegern Performer‘ denen durch die Krise die Plattform entzogen wurde und sie nunmehr keine Zuschauer mehr haben. Für mich selbst werde ich definitiv 80% meiner Consultings und Coachings online machen und weniger reisen. Und ich werde jeden Tag in die Natur gehen, um sie zu spüren, Kraft zu tanken und wahrhaftig zu sein. 

Cornelia Kausch berät und unterstützt Dienstleistungsunternehmen im Bereich Hotellerie, Gastronomie und Tourismus.

www.ckhospitality.de

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Natalie Klein: Wie Corona uns wieder mehr Geduld beibringt

„Geduld heißt für mich: dem jetzigen Moment freundlich und ruhig entgegentreten. Ihm Raum und Aufmerksamkeit schenken. Sich der aktuellen Situation stellen und dabei achtsam reagieren – statt impulsiv.
Denn: Je mehr inneren Widerstand wir jetzt aufbauen – uns aufregen, weil wir wollen, dass es vorbei ist – desto unerträglicher wird die Situation.
Bleiben wir dagegen geduldig – mit uns und dieser schwierigen Zeit im Moment – werden wir das Ganze schonender aushalten. Geduld ist eine innere Haltung und mentale Strategie, die für unseren Kopf sowas ist wie der Akkusparmodus fürs Smartphone.“

Zugegeben: es ist im Moment echt hart, die Geduld NICHT zu verlieren.

Viele von uns mussten ihr Restaurant oder Geschäft schließen. Sind in Kurzarbeit. Müssen die Kids 24/7 zuhause bespaßen. Wer auf Jobsuche ist, erlebt Stillstand. Urlaub machen – geschweige denn planen – geht auch nicht.

Und vor allem: es ist weiterhin nicht absehbar, wann all das wieder „normal“ laufen wird.

Was wir trotz allem oder gerade deshalb jetzt wieder lernen. ECHTE Geduld. TIEFE Geduld.

Geduld heißt für mich: dem jetzigen Moment freundlich und ruhig entgegentreten. Ihm Raum und Aufmerksamkeit schenken. Sich der aktuellen Situation stellen und dabei achtsam reagieren – statt impulsiv.

Denn: Je mehr inneren Widerstand wir jetzt aufbauen – uns aufregen, weil wir wollen, dass es vorbei ist – desto unerträglicher wird die Situation.

Bleiben wir dagegen geduldig – mit uns und dieser schwierigen Zeit im Moment – werden wir das Ganze schonender aushalten. Geduld ist eine innere Haltung und mentale Strategie, die für unseren Kopf sowas ist wie der Akkusparmodus fürs Smartphone.

Wir müssen es nur ausprobieren.

Gib dir Zeit. Akzeptiere, wenn es gerade mal nicht weitergeht. Vertraue darauf, dass auch wieder andere Zeiten kommen werden. Das werden sie. Auch wenn es schwierig ist. Lerne echte Geduld als etwas Wertvolles wieder neu kennen.

Namasté, Natalie

Natalie Klein ist Achtsamkeitscoach. www.nownow-achtsamkeit.de
NOWNOW achtsamkeit by natalie klein.

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Hannah Klenk: Wir sind alle gleich

„Natürlich ist es toll zu sehen, wie viel Solidarität viele Menschen in diesen Zeiten an den Tag legen. Allerdings gab es schon immer viele hilfsbereite Menschen und großartige Projekte. Mich macht vor allem der Gedanke glücklich, dass dieses Virus uns Menschen wieder bewusst macht, dass wir alle gleich sind. Ob Premierminister, Multimilliardär oder Flüchtling – niemand kann sich im Angesicht dieses Virus anderen überlegen fühlen. Ich hoffe, dass dieses Gefühl des „Einsseins“ auch nach der Krise weiter anhält. Außerdem empfinde ich es als positiv, dass ich gerade viel Zeit habe, über mich, meine Gefühle, Gedanken und meine Zukunft nachzudenken. Ich weiß, dass dieser Teil besonders für Menschen mit psychischen Erkrankungen eine große Herausforderung darstellt. Aber für den Rest der Menschheit ist es sicherlich auch mal ganz gut. Vielleicht merken manche Paare erst durch die gemeinsame Quarantäne, dass sie längst nichts mehr verbindet. Oder der größte Partykönig erkennt, dass er mit dem Feiern nur seine tiefsten Ängste übertönt. Solche Erkenntnisse mögen erstmal hart sein, können uns alle aber als Persönlichkeiten und als Gesellschaft nur weiterbringen.“

Hannah Klenk schreibt auf ihrem Blog www.von-jetzt-nach-gruen.de über Nachhaltigkeit und einen bewussten Lebensstil.

Hannah auf Instagram

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Shivapriya Kluger: Wir können diese Stille nutzen, um uns mit unserem Inneren zu verbinden

„Der Lärm und die Ablenkung im Außen überdecken nichts mehr. Wir können diese Stille nutzen, um uns mit unserem Inneren zu verbinden. Hineinspüren. Hinschauen. Uns rückbesinnen auf die Essenz und den Sinn unseres Lebens.
Warum bin ich hier? Wer bin ich, wenn alles im Außen zerbricht? Führe ich ein Leben, das ich aus tiefstem Herzen liebe? Liebe ich mich selbst? Was liebe ich an meinem Leben und bei was bin ich froh, dass es gerade nicht da ist?“

Viele Menschen verbringen aktuell so viel Zeit mit sich selbst, wie vielleicht ihr ganzes Leben noch nicht. Am Anfang fühlte es sich noch wie Urlaub an, doch umso länger man Zeit mit sich verbringt, umso mehr offenbart sich.

Es ist eine Zeit der Transformation. Alte Glaubensmuster, Ängste und vergrabene Gefühle zeigen sich und wollen gesehen werden. Der Lärm und die Ablenkung im Außen überdecken nichts mehr. Wir können diese Stille nutzen, um uns mit unserem Inneren zu verbinden. Hineinspüren. Hinschauen. Uns rückbesinnen auf die Essenz und den Sinn unseres Lebens.

Warum bin ich hier? Wer bin ich, wenn alles im Außen zerbricht? Führe ich ein Leben, das ich aus tiefstem Herzen liebe? Liebe ich mich selbst? Was liebe ich an meinem Leben und bei was bin ich froh, dass es gerade nicht da ist?

Wir kommen zurück auf die wirklich wichtigen Fragen und das ist eine riesige Chance um Klarheit für das eigene Leben zu finden. Wir können nun entscheiden ob wir uns mit der Angst verbinden oder die Chance nutzen um etwas ganz Wundervolles zu kreieren. Ein Leben in wahrhaftiger Selbstliebe und Fülle. Viele hören den Ruf und nutzen diese Zeit – das zeigen mir die vielen neuen Coaching-Anfragen rund ums Thema Selbstliebe und wie man sich ein authentisches, erfülltes Leben aufbaut.

Ich wünsche euch allen Gesundheit, den Mut zur Innenschau und Vertrauen in eure innere Stärke!

Shivapriya

Shivapriya Kluger ist zertifizierter Systemischer Coach, Yoga- und Ayurvedatherapeut und bietet Coachings & Healing Sessions, sowohl ortsunabhängig als auch in ihrer Praxis in Heilbronn, an.

www.selbstliebe2go.de
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Anchu Kögl: Entscheidungen hinterfragen – auf der individuellen und auf der gesellschaftlichen Ebene

„Sind wir im Leben da, wo wir sein möchten? Möchten wir schon seit langem etwas verändern? Gibt es Menschen, mit denen wir mehr Zeit verbringen möchten – oder vielleicht weniger?
Diese Krise ist eine große Chance, um uns selbst besser kennenzulernen. Um bisherige Entscheidungen zu hinterfragen. Um uns mit unseren Ängsten auseinanderzusetzen. Um uns zu fragen, was zum Teufel wir mit unserem Leben eigentlich machen wollen und ob wir nicht mal irgendwann falsch abgebogen sind.“

Jede Medaille hat ja bekanntlich zwei Seiten. Und so ist es auch mit der Corona-Krise.

Ein Vorteil ist zum Beispiel, dass wir die Zeit finden, wieder mit alten Freunden in Kontakt zu kommen. Ich haben in den letzten Wochen ausgiebig mit zwei Freunden telefoniert, mit denen ich schon seit über 5 Jahren nicht mehr gesprochen habe.

Ein weiterer Vorteil ist, dass wir einfach deutlich mehr Zeit haben. Zeit um zu lesen. Um eine neue Sprache zu lernen. Um Zuhause auszumisten.

Ich habe mich in den letzten Wochen zum Beispiel sehr intensiv mit dem Thema Investition beschäftigt (Gold, Aktien, Bitcoin).

Doch den bei weitem größten Vorteil sehe ich darin, dass wir die Zeit und vor allem auch die Ruhe haben, um über uns selbst nachzudenken.

Sind wir im Leben da, wo wir sein möchten? Möchten wir schon seit langem etwas verändern? Gibt es Menschen, mit denen wir mehr Zeit verbringen möchten – oder vielleicht weniger?

Diese Krise ist eine große Chance, um uns selbst besser kennenzulernen. Um bisherige Entscheidungen zu hinterfragen. Um uns mit unseren Ängsten auseinanderzusetzen. Um uns zu fragen, was zum Teufel wir mit unserem Leben eigentlich machen wollen und ob wir nicht mal irgendwann falsch abgebogen sind.

Und genau diesen letzten Punkt wünsche ich mir nicht nur auf einer individuellen Ebene, sondern auch auf einer gesellschaftlichen.

Denn eines steht fest: so wie bisher, sollten wir nicht mehr weitermachen.

Anchu Kögl ist Mindset-Experte. Auf seinem Blog www.anchukoegl.com schreibt er über positives Denken, Loslassen und Ängste. Er erreicht monatlich über 100.000 Menschen mit seinen Artikeln und Videos. Falls du mehr von ihm lesen möchtest, fange mit diesem Artikel an: Positiv denken

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Prof. Dr. Niko Kohls: Aufgehoben und transformiert durch die Krise

„In der Auseinandersetzung mit dem Außergewöhnlichen, Unvorhersehbaren und Bedrohlichen kann der Mensch mitunter erst ein Entwicklungspotenzial entdecken und realisieren, dass ihm unter geordneten Alltagsbedingungen nicht zugänglich ist.
(…) Eine Krise wirft uns immer auf uns selbst zurück, und bietet die Möglichkeit, uns ernsthaft mit uns selbst auseinanderzusetzen.
(…) Die Tatsache, dass wir jetzt Alle eine kollektive Anomalie erleben, auf die jeder (s)eine Antwort finden muss, birgt aus meiner Sicht deswegen nicht nur große Gefahr, sondern auch eine große Chance für die Menschheit als solches!“

Da ich mich wissenschaftlich sowohl in meiner Diplom- als auch Promotionsarbeit und dann auch meiner Habilitationsschrift mit außergewöhnlichen Erfahrungen / Bewusstseinszuständen und ihrer Auswirkung auf Gesundheit beschäftigt habe, habe ich naturgemäß eine differenzierte Sicht auf Krisensituationen und ihre individual- und sozialpsychologischen Konsequenzen. Und meine eigene Lebenserfahrung, die natürlich auch durch bestimmte Krisensituationen geprägt war, wie es bei jedem Menschen der Fall ist, bestätigt dies.
Beispielsweise bin ich zu der Frage, was Selbstregulation ist und wie man diese entwickeln kann, als Teenager über eine eigene Erkrankung mit längerem Krankenhausaufenthalt und vielen Einschränkungen über einen längeren Zeitraum von fast einem Jahr, gekommen. Der Fragestellung bin ich treu geblieben, sie hat letztlich meine akademische Laufbahn bestimmt und ich verdiene, wenn Sie so wollen, damit nun mein tägliches Brot! Insofern bin ich im Nachhinein sehr dankbar und zufrieden, aber auch demütig, dass mir eine Krise den Weg gewiesen.

Natürlich stimmt das Bonmot, dass in jeder Krise auch eine Chance steckt. Erst seit der Aufklärung haben wir uns mit dem Gedanken schwergetan, dass jede Krise auch ein Aufruf zur Veränderung und Entwicklung ist. Vermutlich liegt es daran, weil unsere modernen Gesellschaften – mit wenigen Ausnahmen – sehr risikoaversiv sind und eindeutige, stabile, vorhersagbare Situationen schätzen. Das hat sicherlich viele Vorteile, birgt natürlich als Kehrseite der Medaille auch die Gefahr der Gleichförmigkeit, Monotonie, und Langeweile (vor allem, wenn man nicht achtsam ist). Denn in der Auseinandersetzung mit dem Außergewöhnlichen, Unvorhersehbaren und Bedrohlichen kann der Mensch mitunter erst ein Entwicklungspotenzial entdecken und realisieren, dass ihm unter geordneten Alltagsbedingungen nicht zugänglich ist (hier könnte man dann von der Krise der Normalität sprechen). Wenn der Philosoph Hölderlin sagt „Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch“ nimmt er damit die Erkenntnisse der Resilienz- und Traumaforschung vorweg, die ja bei einigen Menschen eine Form von posttraumatischen Wachstum beobachtet hat. Natürlich ist es auch so, dass viele Menschen nicht aus der Krise finden und in ihr gefangen bleiben. Denken wir nur an die vielen Menschen, die an einem Burnout erkranken und als Folge eine dauerhafte Form der Labilität, Fragilität und Vulnerabilität davontragen; ich bin also weit davon entfernt die Situation der Krise zu romantisieren. Aber ich finde man kann die unterschiedlichen Facetten einer Krise und die Anforderungen, die diese an uns stellt, anschaulich mit dem deutschen Wort „Aufgehoben“ erklären, das drei unterschiedliche Bedeutungen hat, die für eine Krise und deren Bewältigung psychologisch relevant sind:

  1. Im ersten Schritt bedeutet „Aufgehoben“, dass meine subjektive Normalitätswahrnehmung durch ein äußeres oder inneres Ereignis derartig destabilisiert wird, sodass sich im wahrsten Sinne des Wortes den Boden unter den Füßen verliere. Meine Normalität, die ich kannte, ist nicht mehr vorhanden.
  2. Im zweiten Schritt erfordert dies von mir als Individuum eine Anpassung, mit der ich in der Lage bin, die Anomalie die in meinen Leben getreten, zu verändern oder meine Einstellung und Wahrnehmung so anzupassen, dass ich damit umgehen und leben kann. Wenn ich die Anomalie nicht aus der Welt schaffen kann, muss ich sie innerlich „aufheben“, indem ich mich und damit auch meine bisherige Identität transformiere.
  3. Wenn mir das gelungen ist, und ich die Anomalie – zumeist durch einen inneren Transformationsprozess – „aufgehoben“ habe bin ich in einem dritten Schritt in der Lage das verborgene Potenzial zu bergen, dass in der Krisensituation steckt und ich bin auf einer neuen Entwicklungsebene aufgehoben und durch die Krise „ein Anderer“ geworden.

An dieser Stelle wird natürlich deutlich, dass die Prozesse, oben angedeutet sind, viel mit Begriffen wie Achtsamkeit; Meditation oder Spiritualität zu tun haben und sogenannte Konversionserfahrungen kulturanthropologische Konstanten darstellen, die sowohl in religiös-spirituellen als auch säkularen Kontexten zu finden sind. Insofern wirft uns eine Krise immer auf uns selbst zurück, und bietet die Möglichkeit, uns ernsthaft mit uns selbst auseinanderzusetzen, so wie es der berühmte und vielzitierte Pfortenspruch über dem Orakel von Delphi fordert: „Erkenne dich selbst!“ – dies allein kann sehr heilsam sein. Die Tatsache, dass wir jetzt Alle eine kollektive Anomalie erleben, auf die jeder (s)eine Antwort finden muss, birgt aus meiner Sicht deswegen nicht nur große Gefahr, sondern auch eine große Chance für die Menschheit als solches!

Der Psychologe Niko Kohls beschäftigt sich seit mehr als 20 Jahren als Wissenschaftler und Berater schwerpunktmäßig mit den Zusammenhängen von Achtsamkeit, existentiellen Bedürfnissen, Werten sowie Gesundheit, Lebensqualität und Leistungsfähigkeit.

www.niko-kohls.de

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Olaf Kopinke: Wir sollten einfach einfacher leben

Ich sehe in der Krise die Chance reduzierter zu leben und die eigenen Ansprüche auf ein „gesundes“ Maß zu reduzieren (zu müssen). Denn ich stelle erneut fest: Ich brauche nicht „mehr“! Es geht um das Achten auf das Wesentliche und um gute Beziehungen. Kraft gibt mir in dieser Zeit mein Glaube. Ich bin Christ, kein Kirchenchrist. Für danach wünsche ich mir, dass wir einfach einfacher leben.

Olaf Kopinke betreibt den Buchladen LeseNest in Isernhagen

www.lesenest.de

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Laura Mitulla: Weniger Zeit für Konsum – mehr Zeit miteinander

Ich hoffe ganz stark, dass die Menschen merken, wie wichtig und wertvoll die gemeinsame Zeit mit anderen ist. Und, dass es gar nicht wehtut, wenn man mal nicht die neueste Trendkollektion bekannter Modehäuser shoppen kann. (…) Das spart nicht nur Geld, sondern auch wertvolle Ressourcen. Ich hoffe, dass viele nach der Krise weg von ihrem blinden Konsum kommen.“

Welche positiven Veränderungen / Entwicklungen kannst du beobachten?

Bei meinen Abonnenten auf Instagram habe ich herausgelesen, dass sehr viel weniger konsumiert wird. Das freut mich natürlich riesig, da in der Krise scheinbar öfter nur noch das gekauft wird, was man wirklich braucht. Das spart nicht nur Geld, sondern auch wertvolle Ressourcen. Ich hoffe, dass viele nach der Krise weg von ihrem blinden Konsum kommen.
Bei mir selbst beobachte ich, dass das Home Office einige Vorteile mit sich bringt. Beispielsweise spare ich mir die Fahrzeiten und kann endlich mit meinem Mann die Mittagspause zusammen verbringen. Natürlich freue ich mich auch wieder auf das Büro mit Kolleg*innen, aber ab und zu im Home Office zu arbeiten ist auch ganz schön.

Was gibt dir Kraft?

Kurz und knapp: Mein Mann. Ich wüsste nicht, wie meine Stimmung aussehe, wenn ich alleine in der Wohnung wäre. Daher bin ich unheimlich froh, dass wir hier wenigstens zu zweit sind, täglich zusammen kochen und Spieleabende machen können.

Was sollen wir uns von dieser Krise bewahren? / Was wünscht du dir für „danach“? 

Nach der Krise stehen wir ja überspitzt gesagt vor der großen Entscheidung: Konsum oder Freunde/Familie wiedersehen. Was zieht die Gesellschaft vor? Ich hoffe ganz stark, dass sich die Menschen für Letzteres entscheiden und merken, wie wichtig und wertvoll die gemeinsame Zeit mit anderen ist. Und, dass es gar nicht wehtut, wenn man mal nicht die neueste Trendkollektion bekannter Modehäuser shoppen kann.

Laura Mitulla lebt minimalistisch und ist die Inhaberin sowie Autorin des Blogazines the OGNC, wo sie Tipps und Inspirationen für ein minimalistisches und nachhaltiges Leben gibt.

Laura auf Instagram

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nachhaltig. kritisch: Es gibt Dinge vor die uns Geld, Wohlstand und Waffen nicht schützen können

„Hinter jeder großen Krise versteckt sich eine ebenso große Chance. Aus der Corona-Zeit können wir lernen, dass wir als Menschheit nicht alles kontrollieren können. Wir lernen, dass wir loslassen dürfen und dass es okay ist, trotzdem Angst zu haben. Dass es Dinge gibt, vor die uns Geld, Wohlstand und Waffen nicht schützen können. Wir lernen, uns wieder über einen blühenden Kirschbaum zu freuen. Mit den Älteren und Schwächeren solidarisch zu sein. Wir haben die Chance, uns den stillstehenden Kapitalismus in allen Einzelteilen anzuschauen und vielleicht noch einmal zu reevaluieren, ob es an der Zeit sein könnte für ein neues System. Wir sehen am Krisenmanagement vieler Regierungen, dass spontane, unbürokratische und schnelle Zusammenarbeit möglich ist. Im Anbetracht des fortschreitenden Klimawandels ist es sogar möglich, dass diese Krise unser größtes Glück ist, weil sie Stillstand erzwingt und jedem von uns heute schon zeigt, dass die Wirtschaft niemals über Menschenleben stehen sollte. Wenn ein paar dieser Erkenntnisse es schaffen, in einer neuen, Post-Corona Normalität Gestalt anzunehmen und weiterzuwachsen, können wir es schaffen, diese Krise in etwas Gutes zu verwandeln. Wir hoffen jedenfalls, dass das so ist. Denn das würde bedeuten, dass all die schrecklichen Opfer, die die Krise fordert, nicht umsonst gewesen wären.“

Hinter nachhaltig. kritisch stehen Robin, Annika und Annsi. Auf Instagram veröffentlichen sie gut recherchierte Beiträge zu nachhaltigen Themen in den Bereichen Mobilität, Ernährung, Konsum und aktuelles Geschehen. Ausführlich zu recherchieren bedeutet auch, populäre Meinungen in der „Nachhaltigkeitsblase“ zu hinterfragen und in manchen Fällen auch zu widerlegen.

nachhaltig.kritisch auf Instagram

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Robert Schiller: Es wird uns der Blick für einen Reichtum geschenkt, der nichts kostet

„Ich wünsche mir, dass wir die Erkenntnis bewahren, mit kleinsten Handlungen zu einer großen Veränderung beitragen zu können. Und dass wir weit über die Krise hinaus das Bewusstsein für die Natur, uns selbst, andere und die Erde für ein neues, wertebewusstes Miteinander behalten.
Darüber hinaus wäre es toll, wenn wir ein Grundeinkommen einführen würden. Ich glaube fest daran, dass wir zu noch Größerem fähig sind, wenn Existenzängste keine Rolle spielen.“

Die Mischung aus Endzeitstimmung und Epochenwechsel bietet uns die Möglichkeit im Kleinen wie im Großen die Frage zu beantworten: „Wer will ich / wer wollen wir sein?“ Wir zeigen, wozu wir gemeinsam fähig sind – wenn wir es wollen. Wer bislang für Veränderungen im Leben Ausreden parat hatte, wird sie entkräftet sehen. Wer jetzt einen Neustart wagt, wird Zustimmung ernten.

Hinsichtlich positiver Entwicklung habe ich mehr Klarheit über die wesentlichen Dinge erhalten, die mir guttun und leider endlich sind. In erster Linie betrifft das die Familie und meine Lebenszeit. Gesamtheitlich gesehen nehmen wir unsere Mitmenschen wieder wahr und zwischenmenschliche Beziehungen nicht mehr als selbstverständlich hin.

Kraft gibt mir der wundervollen Natur beim Erblühen und Leben aus den Wanderschuhen heraus oder vom Fahrrad aus zu zusehen. Das ich mit Anfang 30 im Garten sitze und wahre Freude dabei empfinde, wie Vögel ihr Nest bauen, begeistert mich täglich und schenkt mir den Blick für Reichtum, der nichts kostet.

Ich wünsche mir, dass wir die Erkenntnis bewahren, mit kleinsten Handlungen zu einer großen Veränderung beitragen zu können. Und dass wir weit über die Krise hinaus das Bewusstsein für die Natur, uns selbst, andere und die Erde für ein neues, wertebewusstes Miteinander behalten.
Darüber hinaus wäre es toll, wenn wir ein Grundeinkommen einführen würden. Ich glaube fest daran, dass wir zu noch Größerem fähig sind, wenn Existenzängste keine Rolle spielen. 

Robert Schiller führt das LEISEmagazin, das Online Magazin für eine bewusstere Welt, das Menschen für die Themen rund um einen bewussteren Lebensstil im Einklang mit der Natur begeistern möchte.

Das LEISEmagazin auf Facebook | Instagram

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Gina Schöler: Von Akzeptanz und Aktionismus – Wie wir gut durch stürmische Zeiten kommen

„Dieses Gefühl in den Tag hineinzuleben und nur tageweise planen zu können, die gezwungene Spontanität, das tut uns allen auch mal gut und ich merke, wie sich eine Art Entspannung breit macht. Diese Art zu leben und zu denken sollten wir uns beibehalten – mehr Gelassenheit und Gemeinschaftlichkeit. Das führt automatisch auch zu mehr Glück.“

Als Glücksministerin stehe ich selbstverständlich für solche Themen wie Zufriedenheit, Wohlbefinden und seelische Gesundheit. Was tun, wenn solch eine kollektive Krise nun das Leben aller einschränkt und man so gar nicht von glücklichen Zeiten sprechen kann? Über das Glück sprechen! Und vor allem ihm Ausdruck geben, mit Leben füllen und andere damit anstecken.

Dabei plädiere ich aber für eine gesunde Balance zwischen Akzeptanz und Aktionismus. Die Situation auch erstmal zu realisieren, in ihr anzukommen, anzunehmen und alle Gefühle zu durchleben, die damit einhergehen, ist ebenso wichtig wie sich dann auch Gedanken zu machen, wie man im Rahmen der eigenen Möglichkeiten aktiv etwas für das Gute tun kann. Auch meine letzten Wochen waren voller bunter Emotionen, rauf und runter. Und das ist normal und ganz menschlich.

Erst war da dieses Gefühl des „Nicht-realisieren-wollens“, Ungläubigkeit, Trotz, Trauer um all die abgesagten Termine und Chancen, diese seltsame Stimmung draußen und auf der anderen Seite erlebe ich soviel Wärme und Solidarität, tiefere Augenblicke, herzliche Hilfsangebote, Kontakt zu lieben Menschen auf anderen Wegen, viel Kreativität und das Ausprobieren neuer Ideen und Möglichkeiten. 

Und irgendwie ist da auch eine Art „Erleichterung“ zu spüren. Dieses Gefühl in den Tag hineinzuleben und nur tageweise planen zu können, die gezwungene Spontanität, das tut uns allen auch mal gut und ich merke, wie sich eine Art Entspannung breit macht. 

Diese Art zu leben und zu denken sollten wir uns beibehalten – mehr Gelassenheit und Gemeinschaftlichkeit. Das führt automatisch auch zu mehr Glück.

Gina Schöler ist Glücksministerin und hält Workshops, Vorträge und Events zu den Themen Zufriedenheit, Positive Psychologie und Lebensgestaltung.

www.MinisteriumFuerGlueck.de
Gina auf Facebook | Instagram
Podcast: Das kleine Glück

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Sarah Waltinger: Zeit um neue Ideen und Projekte umzusetzen 

„Eines hat mir Corona mal wieder ganz besonders vor Augen geführt: Vieles steht einfach nicht in unserer Macht. Somit versuche ich Dinge, die ich nicht ändern kann, so zu nehmen wie sie sind. Eine gute Gelassenheits-Übung.
Als Reisejournalistin hat mich die aktuelle Lage außerdem zu einer Pause gezwungen. Alle bisher geplanten Reisen wurden abgesagt. Dieser Einbruch führte aber auch dazu aus meiner alltäglichen Routine auszubrechen. Seit ein paar Wochen sprudele ich nur so über vor neuen Ideen und Projekten die ich – am liebsten alle gleichzeitig – angehen möchte. Und dank Corona und der momentan bescheidenen Auftragslage habe ich nun sogar die Zeit dafür.“

Mainzerin Sarah packt regelmäßig das Fernweh und kurz darauf ihren Koffer, um neue, faszinierende Orte zu bereisen oder an alte, lieb gewonnene zurückzukehren. Darüber schreibt sie seit 2012 auf Itchy Feet Blog.

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Corona und die Chance das große Ganze zu ordnen (Teil III)

Verantwortung für den Unbekannten

Von einem Ort ausgehend hat das Virus binnen weniger Monate alle Ecken der Welt erreicht.

Durch die Zahl der Infizierten und die sich über die Kontinente ausbreitenden roten Punkte der betroffenen Länder macht es die Globalisierung sichtbarer als sie es vielleicht jemals gewesen ist: Wir sind alle miteinander verbunden, auf indirekte Weise miteinander in Kontakt.

Das Virus setzt sich über Grenzen hinweg und zeigt Grenzen auf – in jeglicher Hinsicht: Am Rande der Nationen, für das Verhalten des Einzelnen und für uns als Gesellschaft. Die Bilder der vergangenen Wochen machen deutlich, wie schwer es fällt, die eigenen Bedürfnisse zurückzustellen und Einschränkungen zu akzeptieren. Es dauert bis die Tiefe, der Schweregrad und die Ernsthaftigkeit nicht nur in unseren Köpfen ankommt, sondern auch zu einem anderen Handeln führt.

Selbstkontrolle bedeutet, auf naheliegende Belohnungen zu verzichten und eine größere in der Zukunft liegende Belohnung zu wählen. Abstrakt. Und herausfordernd. Denn der Mensch möchte sich im Jetzt gut fühlen. Noch abstrakter und herausfordernder, wenn dieses sinnvolle, bewusste Handeln obendrein für jemand anderen, nämlich aktuell für die Risikogruppe, die Belohnung verspricht – und nicht unmittelbar für einen selbst. Noch viel abstrakter, wenn es sich dabei um den unbekannten Kaffeebauern am anderen Ende der Welt handelt, für den man seine Kaufentscheidungen hinterfragt. Diese Momente fordern dem Egoismus einiges ab. Sie rücken Nächstenliebe, Umsichtigkeit, das globale Miteinander und eine größere Verbundenheit in den Vordergrund.

Wir sind privilegiert – auch in der Corona-Krise

Das Virus betrifft uns alle und trifft einen jeden doch ganz individuell in der jeweiligen Lebenssituation. Doch eines ist sicher: Es trifft die ärmeren Nationen mit den Menschen, die ihr Land vermutlich nie verlassen haben, am härtesten. Das ist ungerecht. Wo Abstand, Hygiene und medizinische Versorgung kaum gegeben sind, hat das Virus eine noch größere Macht. Keine hundertmilliardenschweren Rettungsschirme, keine Intensivstationen, manchmal nicht einmal Wasser, um sich die Hände zu waschen. Auch wenn hierzulande vieles einzustürzen scheint, leben wir in privilegierten Verhältnissen. Immer. Und auch jetzt. Das sollten wir uns öfter bewusst machen und uns in Dankbarkeit üben.

Es ist an der Zeit aufzuwachen, umzudenken und vor allem: An andere zu denken.

Und es ist Zeit, dass aus dem Denken ein anderes Handeln erwächst. Wir können nicht länger wissen, also hinsehen, und uns dann umdrehen und weggehen als hätten wir nichts gesehen. Wir tragen Verantwortung. Für uns selbst, für unsere Mitmenschen und für den Planeten.

COVID-19: Schlimm für den Menschen und gut für die Erde

Das Virus hat für uns eine Notbremse gezogen, die kein Politiker, kein Aktivist und keine Statistik je hätte auslösen können – und das, obwohl wir seit Jahren über Klimawandel und Umweltschutz reden. Doch solange wir nur reden und wirtschaftliches Wachstum um fast jeden Preis die Richtlinie ist, kann sich nichts verändern.

Das Virus schafft es nun mit ungefragter, rücksichtsloser Wucht und Dynamik als etwas so Kleines die ganze Welt auf den Kopf zu stellen: Geschlossene Geschäfte, leere Straßen, auf dem Boden bleibende Flugzeuge. Wirtschaft, Industrie, Wachstum, Globalisierung hin oder her – das aktuelle Geschehen zeigt auf, dass und wie schnell das moderne Leben einbricht, wenn eines auf dem Spiel steht: Unsere Gesundheit. Sie scheint uns weitaus bedeutender als die der Erde zu sein.

Weckruf und Chance – die letzte?

Der internationale Stillstand zeigt, dass sich die Natur vom Raubbau der Menschen schnell erholt: Weniger Smog über den Industriegebieten von China und Italien, klares Wasser in Venedig, Delphine im Hafenbecken der sardischen Hauptstadt, sich füllende Bergseen, weil das Wasser nicht zu künstlichem Schnee werden muss.

Das macht deutlich: Die positive Seite der Corona-Krise gilt nicht uns. Sie gilt der Erde, der wir zu viel genommen haben. Nun müssen wir unsere Freiheit und unser ökonomisches Wachstum genauso ungefragt hintenanstellen, wie wir der Erde über Jahrhunderte genommen haben.

Vielleicht ist der Stillstand die beste und auch die letzte Chance, um gerade noch rechtzeitig abzubiegen. Dafür müssten wir endlich begreifen, andere Prioritäten setzen und handeln.

Weitsicht

Und jetzt genieße ich die Stille – in der Luft und überall. Ich verliere mich im Blau des Himmels, das nicht von Kondensstreifen durchzogen ist, und vergesse die Zeit, wenn Seehunde nahe am Ufer spielen. Das Leben ist plötzlich so natürlich.

Und natürlich kann es nicht so bleiben. Aber es sollte auch nicht mehr so werden wie es war. Sonst wird es bald für immer anders sein. So viel Weitsicht, Intelligenz und Einsicht sollten wir beweisen. Es gibt etwas Größeres als das Heute und das Morgen; als das Geld und unsere Sorgen – etwas, das wirklich bleibt: die Erde.

Auf ihr sind wir nur für eine kurze Zeit zu Besuch und so sollten wir uns auch verhalten. Wir sollten den Tisch für die decken, die nach uns kommen. Denn alles ist verbunden. Deutlicher kann uns das nicht vor Augen geführt werden.

Den Blickwinkel ändern

Manche Dinge im Leben können wir erst im Rückblick verstehen. Vor allem Zeiten der Krise. Doch Leben ist Veränderung und Krisen beschleunigen sie – aber sie setzen auch Kräfte frei.

Es wird weitergehen. Nur wie? Das ist die große Frage.

Und die große Chance.

Ich wünsche mir, dass wir nicht einfach weitermachen wie zuvor, wenn wir den Tunnel am anderen Ende verlassen, sondern eine bessere und gerechtere Welt gestalten.

Ich wünsche mir, dass wir unsere Prioritäten neu setzen und uns auf das Wesentliche besinnen.

Dass wir demütiger werden und uns ein Stück Entschleunigung, Minimalismus und Nächstenliebe bewahren.

Wenn wir „danach“ bedachter handeln, bewusster leben und nachhaltiger konsumieren, ist es möglich, den aktuellen Zustand nicht als ein Ende anzusehen, sondern als einen gemeinsamen Neuanfang zu begreifen.

Zu Teil I: Corona: Herausforderung, Krise und Riesenchance

Zu Teil II: Corona und die Chance das eigene Leben zu ordnen

Corona und die Chance das eigene Leben zu ordnen (Teil II)

Unser wunderbares Zusammenspiel

Kein Theater, kein Konzert; kein Schwimmbad, kein Fitnessstudio; kein Restaurantbesuch, kein Urlaub – alles hat zu. Und nun?

Das, was wir jetzt vermissen, zeigt die Wertschätzung für das, was wir sonst haben: Die Gesellschaft unserer Gesellschaft, das unbeschwerte Miteinander, das Gespräch am Straßenrand. Die Yogaeinheit im Fitnessstudio, der Besuch im Altenheim, das Tanzen durch die Nacht. Die spontane Zugfahrt zu Verwandten, das Miteinander von Großeltern und ihren Enkeln, der Urlaub. Der Cappuccino im Lieblingscafé, der Kinobesuch – Gesundheit und unsere Freiheit.

All das weckt die Dankbarkeit für das, über das wir sonst so scheinbar selbstverständlich verfügen, und schärft darüber hinaus das Bewusstsein für die Strukturen des Alltags und unser großes Miteinander: Wir sind wie ein großes Puzzle, das nur dann funktioniert, wenn jeder an seinem Platz wirkt. Nur dann greift alles ineinander. Nur dann funktioniert das System.

Erst das Aussetzen macht die unsichtbaren Fäden sichtbar und zeigt, wie wunderbar verbunden wir miteinander sind. Aber auch, wie verwundbar wir sind.

Was bleibt?

Die Reduktion und das Chaos im Außen führen nach innen und uns das Wesentliche vor Augen: Die Familie, die Kommunikation, das Zuhause, die Natur, die Nahrung für Körper, Geist und Seele.

Weit entfernt von Hektik, Stress und grenzenloser Mobilität bleibt nun Zeit für Selbstfürsorge und all die Dinge, die im Alltag oft zu kurz kommen. Denn weniger Möglichkeiten bedeutet auch: Weniger Termine und ein leerer Kalender. Es ist gewissermaßen geschenkte Zeit. Und zudem eine Situation, die nur für eine Weile bleibt. Wir sollten sie achtsam und dankbar annehmen und uns Langsamkeit und Muße erlauben. Denn in unserer sonst so außenorientierten, schnelllebigen Welt vergessen wir uns häufig selbst. Wenn das ewige Rasen, Hetzen und Zerteilen zum Stillstand kommt, können wir Kraft schöpfen. Anhalten und innehalten. Einfach sein, und den Leistungsdruck, die Geschäftigkeit und die ständige Erreichbarkeit von uns abfallen lassen. Jetzt können wir uns Zeit für das nehmen, was uns wichtig ist, und auch die losen Fäden verknüpfen, für die der Alltag sonst keine Lücken lässt.

Was macht man, wenn man nicht viel machen kann?

Wir können gärtnern, malen, Rezepte ausprobieren. Telefonieren und musizieren. Puzzeln oder Gesellschaftsspiele spielen. Podcast hören, schreiben, meditieren. Joggen oder spazieren.

In Bücherwelten versinken, gemütlich ein Glas Rotwein trinken. Die Zeit vergessen, an andere denken. Die Gedanken schweifen lassen und uns das Nichtstun erlauben. Stille und eine Tasse Tee genießen. Fotos sortieren und Wände dekorieren.

Die Schublade aufräumen, die Schränke ausmisten, den Keller entrümpeln. Die ungeschriebenen Briefe auf Papier bringen und die unausgesprochenen Gedanken in Worte fassen. Papierkram sortieren und Kaputtes reparieren. Geschwindigkeit reduzieren und uns regenerieren.

Wir können eine Inventur des eigenen Lebens durchführen und uns neu ausrichten: Was besitze, lebe, denke ich? Und was davon möchte ich behalten?

Wenn Dinge auseinanderfallen, können wir sie neu ordnen. Das schafft Klarheit. Wir können das vermeintlich Verlorengegangene als Einzelne wiederentdecken und als Gesellschaft beibehalten – ein bisschen langsamer, natürlicher und menschlicher leben.

Das Leben gestalten, Zufriedenheit bauen

Gerade wenn uns die Dinge aus der Hand gleiten, sollten wir sie wieder in die Hand nehmen. Es liegt eine große Macht darin äußerlich unveränderliche, als schwierig empfundene Situationen anzunehmen und das Leben aktiv zu gestalten. Das macht unsere Selbstwirksamkeit sichtbar und uns zufrieden. In der Gesundheitsförderung bezeichnet man dies als „Coping“. Auch wenn zunächst vieles aussichtslos erscheint, kann es besser weitergehen, wenn wir die Weichen neu stellen und mit Freude Neues formen. Wo sich Strukturen aufweichen, können neue entstehen. Jetzt ist die Chance, das Homeoffice zu etablieren und kerosinfreie Kommunikationswege anstelle der Business Class zu etablieren.

Zu Teil III: Corona und die Chance das große Ganze zu ordnen

Corona: Krise, Herausforderung und Riesenchance (Teil I)

Sylt. Wo man sonst das Frühlingserwachen gemeinsam mit Lachen feiert und draußen sitzend sehnsüchtig die ersten Sonnenstrahlen einfängt, hört man nun nur das Kreischen der Möwen auf der vergeblichen Suche nach Crêpes in den Händen der ausbleibenden Passanten.

Wie in jedem Jahr sahen die Unternehmer nach dem gästearmen Winter mit den nahenden Osterferien dankbar das Licht am Ende des Nebensaison-Tunnels.

Doch in diesem Jahr ist alles anders.

Geschlossene Geschäfte, Restaurants und Cafés. Alle mit Zetteln und der gleichen Botschaft versehen. Sonst ist kaum jemand zu sehen. Menschenleere Straßen und einsame Strände. Stille zwischen den Häuserreihen und Abstand zwischen den wenigen Personen. Der Autozug rollt nur noch halb so oft, die Syltfähre ruht die meiste Zeit im Hafen, Ausweiskontrolle in Niebüll.

März 2020 ist plötzlich nicht nur Nebensaison – es ist gar keine Saison.

Unversehens tauchte kurz vor dem Ende der Nebensaison der nächste Tunnel auf, als wären wir alle gegen eine Wand gefahren. Und nun fragen wir uns, wie die Welt danach wohl aussehen mag. Und wann wir sie wiedersehen dürfen.

 

Das öffentliche Leben liegt auf der Intensivstation und wir dürfen es nicht besuchen

Es ist eine Zeit, die vieles auf den Kopf stellt. Was wir als Gesellschaft und als Einzelne oft über Jahrzehnte aufgebaut haben, scheint nun binnen Tagen zu kollabieren. Als hätte jemand rücksichtslos auf das mühsam Erbaute, scheinbar so stabile, doch offensichtlich sehr fragile, eingetreten, steht unser Alltag still.

Selbstverständlich ist plötzlich gar nichts mehr.

Die Welt liegt in unsichtbaren Scherben, mit denen wir uns ungewollt und unwissend gegenseitig verletzen können. Es sickert nur langsam durch, was jetzt das Wichtigste ist: Abstand, Verzicht, Einschränkungen. Die Welt, wie wir sie funktionieren lassen, die selten nur stillsteht, schläft oder schweigt, ist lahmgelegt. Das öffentliche Leben wird heruntergefahren, als müsse es selbst künstlich beatmet werden und darum kämpfen, dass es irgendwie weitergeht.    

Es wird weitergehen. Nur wie? Das ist die große Frage.

Und die große Chance.

Denn im Zusammenfall der Bausteine liegt die Möglichkeit für eine neue Ordnung.

Für uns selbst und für das große Ganze.

 

Zwei Seiten – die andere Seite

Kurzarbeit und ausbleibende Einnahmen bei laufenden Ausgaben in der Selbstständigkeit – das reicht kaum für die Miete auf Sylt. Und doch fühle ich ein innerliches Aufatmen bei dem Gedanken an eine Pause, die länger andauert und von Größerem umwoben ist als der zweiwöchige Jahresurlaub. Dieser Stillstand tut meiner Seele gut. Und unserem Planeten erst recht. Hinter den finanziellen Einbußen kann ich einen Gewinn erkennen, der mir mehr bedeutet: Erholung für uns und die Erde, Verbundenheit und die Chance auf ein längst überfälliges Umdenken für eine neue Ordnung.

Wir werden förmlich dazu gezwungen zu entschleunigen, weniger zu konsumieren, uns mehr mit uns selbst und dem eigenen Leben und Lebensstil zu beschäftigen – Themen, die mich im tiefsten Inneren antreiben, die ich in meinen Seminaren vermittle und über die ich schreibe.

So erkenne ich allen persönlichen Schicksalen, allen beruflichen und finanziellen Herausforderungen und allen Einschränkungen zum Trotz auch eine andere Seite: Einen Raum, der uns durch die auferlegten Maßnahmen zugänglich wird, den wir sonst nicht hätten betreten können. Der uns für eine Weile raus aus dem Hamsterrad führt, uns Zeit schenkt und uns bei uns selbst ankommen lässt. Und nebenbei vielleicht noch die (Um)Welt rettet.

Ich will die aktuelle Situation nicht klein oder schön schreiben, aber versuchen, im unveränderlich Alarmierenden das Positive größer werden zu lassen.

 

Zu Teil II: Corona und die Chance das eigene Leben zu ordnen