Reisebuch: Zwischen den Zeilen reisen

Südamerikanische Reisegeschichten

„Zwischen den Zeilen reisen“ ist die Fortsetzung von „Schlaflos in der Regenzeit“. Eine Reiseerzählung in zwei Büchern über Lateinamerika mit sozialkritischem und begeistertem Blick für unsere (Um)welt.

Die Mischung aus Information und persönlichem Erleben vermittelt die Facetten einer Reise durch die Andenstaaten. Der virtuose Schreibstil regt zum Nachdenken an und bringt zum Ausdruck, was weder ein Reiseführer noch eine Fotografie vermitteln kann: Das, was zwischen den Zeilen steht. Orte werden greifbar und das Empfinden eines Reisenden erlebbar.

Inhalt

Reisebuch über Südamerika, Teil II

Es geht um das Reisen und um das Ankommen. Um das komplexe „Puzzle Lima“ und den Blick in die Seitenstraßen der Millionenmetropole.

Während Machu Picchu die Stille erklärt und die Silbermine von Potosí das eigene Seelenleben aufreißt, relativiert der gigantische Sternenhimmel über der Atacamawüste die Größe des eigenen Selbst. An jedem Ort entstehen Bilder im Kopf des Lesers, sodass das Lesen von „Zwischen den Zeilen reisen“ zu einer realen Reise in den Zeilen wird.

Im dritten Kapitel „Kulturschock Heimat“ geht es um die Herausforderung des Ankommens in der Heimat. Was macht man mit all diesen Erlebnissen, die an der eigenen Innenwelt rütteln? Sie verarbeiten. Und dann versuchen, etwas zu verändern.

Zwischen den Zeilen reisen

Information

Taschenbuch
Preis € 12.00
Zzgl. Versandkosten: (D) € 1.60 / Buch | ab insgesamt 3 Büchern kostenlos
ISBN: 978-3-00-051755-6
227 Seiten
45 Illustrationen

Ein Blick ins Buch

Hintergrund

Nachdem ich nach dem Abitur für ein halbes Jahr als Volontärin in Brasilien arbeitete, kehrte ich vier Jahre später nach Lateinamerika zurück.

2009/2010 arbeitete ich als Physiotherapeutin in der Therapieeinrichtung Centro Vida Nueva für Kinder mit Behinderungen am Stadtrand von Lima in Peru und bereiste Lateinamerika – diese Eindrücke habe ich in den Reisebüchern „Schlaflos in der Regenzeit“ und „Zwischen den Zeilen reisen“ festgehalten.

Reisebuch Machu Picchu

Die im Buch beschriebene Reiseroute:

Leseprobe

Geheimnisvoll und weltentrückt: Machu Picchu

Schwarze Nacht. Die Luft ist frisch und klar und der Himmel von einem gigantischen Sternenmeer überflutet. Im zarten Licht des Mondes tauchen allseits die markanten Silhouetten der steilen Berghänge auf, die von vereinzelten Schweifwolken berührt kraftvoll im unbewohnten Nichts schweigen.
Welch magische Welt …

Wir tauchen in den finsteren Wald ein und bewältigen den fast vertikalen Aufstieg über die unebenen, steinernen Treppenstufen, die die Inka einst errichteten. Der runde Schein der Taschenlampe erleuchtet den schmalen Pfad, den wir im dunklen Gestrüpp nicht finden würden. Das Holz knackt unter unseren Füßen, während das Rauschen des Urubambas mit jeder weiteren Stufe verstummt und wir nur wenige Worte wechseln. Alles andere wäre zu laut in jener unermesslichen Stille und weil der Atem auf 2300 Höhenmetern immer heftiger nach Sauerstoff lechzt, ohnehin ein Wort zu viel. Jeder für sich resorbiert, was der Augenblick bietet. Mehr als etwas Sichtbares, ist es ein Gefühl.

Wir schreiten weiter, immer höher, immer steiler den Berg hinauf. Allmählich erkennen die Augen die unregelmäßig gesetzten Steine, sodass der Körper, der an diesem Morgen keine Müdigkeit kennt, schneller einen Fuß vor den anderen setzt. Nach eineinhalb Stunden ist der Berg bezwungen. Als sich die Profile der ersten Inka-Gebäude­ vor dem mittlerweile farbenfrohen Himmel abzeichnen, fühle ich mich für einen kurzen Augenblick wie Hiram Bingham – dann sehe ich die Menschenmasse vor dem Eingangstor.
Vermutlich wollte jeder möglichst früh hier sein, um möglichst allein zu sein – früh sind wir alle, nur allein ist keiner.

Die Stille und der Zauber von Machu Picchu

Um sechs Uhr öffnet Machu Picchu seine Pforten und die Menschen verströmen sich in der alten Ruine, wie die Wassertropfen im Urubamba – sie alle sind da, aber sie alle gehen unter. Sie fügen sich dem großen Fluss und so ist es, als hätte ein jeder die alte Inka-Stätte in diesem Augenblick doch ganz für sich allein.

Ich bin überwältigt und begeistert, ergriffen und überrascht: Obwohl ich das sehe, was jede Fotoaufnahme von Machu Picchu ziert, fällt mein Blick doch auf ein anderes Motiv. Was ich sehe, wird nicht durch das bestimmt, was ich sehe, sondern durch das Gefühl, welches das Gesehene in mir hervorruft.
Grenzenlose Energie ist spürbar. Sie platzt förmlich aus etwas heraus, so als hätte jemand einen Luftballon aufgestochen. Etwas Göttliches liegt in der Luft. Niemand kann erklären, warum die Inka diesen Ort für den Bau von Machu Picchu wählten – dieses Gefühl reicht, um zu verstehen.

Die Kunst der Vergangenheit ist die Ästhetik der Gegenwart

Die unbewegten Bilder überschlagen sich, da mein Blick auf den Mauern und Terrassen, Bergen und Schluchten wild umherspringt, aus Angst, jemand könne den Zauber im nächsten Augenblick wieder auslöschen. In der Hoffnung, ein Foto könne diesen Moment einfangen, versuche ich die Gegenwart abzulichten. Doch bereits der Blick auf das Display zeigt, dass kein Abbild die Realität darlegen kann: Die Farben zu schwach, der Winkel zu klein, die Stille zu leise, die Distanz des Betrachters zu groß. Das entstehende Gefühl – viel zu kraftlos.

Es ist der Versuch, den gesamten Ort und alles, was ihn unsichtbar umgibt, in meine kleine Kamera zu quetschen. Es ist ein vergeblicher­ Versuch. Deshalb reihe ich mich nur kurz in die Akustik der auslösenden Fotoapparate ein, die alle dieselbe Sprache sprechen, wenngleich ihre Besitzer von den unterschiedlichsten Flecken der Erde angereist sind, und verstaue meine Kamera im Rucksack. Alles andere wäre Kritik an der Realität, Verrat meiner Empfindungen und würde die Anmut der Schöpfung ohnehin verkennen. Denn jedes Foto zeigt nur eine verzerrte Wirklichkeit:
Es ist ein Abbild ohne Bild,
ein Antlitz ohne Gesicht,
ein Wesen ohne Seele,
ein Dasein ohne da Sein.
Eine Fotografie von Machu Picchu ist wie Tanzen ohne Musik.
Wer das versteht, der versteht Machu Picchu.

Stille

Menschen dokumentieren ihre Videoaufnahme, Vogelzwitschern, Unterhaltungen auf Spanisch, Französisch, Hebräisch, Deutsch und Japanisch. Flussrauschen und Flussrauschen, das hinter hohen Felswänden verstummt. Die Geräusche werden von einer mächtigen Stille umhüllt und schließlich verschluckt, als verschließe diese sie in einem Vakuum der Töne. Die Welt schweigt in einem so reinen, überwältigenden Klang, für den selbst das geschriebene Wort zu laut scheint. Es ist eine Stille, die eine Legasthenie für Töne hat. Sie löscht alle Assoziationen für Laute aus dem Gedächtnis und schenkt die friedvollste Stille, die ich je vernommen habe.

Die Ursprünglichkeit der Natur und die Präsenz einer untergegangenen­ Kultur prallen radikal auf die globalisierte Welt und ihre moderne Technik. Ich taumle zwischen der Stille und den Geräuschen, zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart und zwischen dem Selbst und der Umgebung, bis die Sonne aufgeht.

Sonnenkult

Inka bedeutet Sohn der Sonne. Am Anfang der Inka stand der Sonnengott Inti. Er hat das Volk erschaffen, war die Achse ihrer Welt und galt als universale Lebenskraft.
(…)

Stimmen von Leser*innen

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