Reisebericht: Schlaflos in der Regenzeit

Ein Aufruf zur Einfachheit

„Schlaflos in der Regenzeit“ ist ein südamerikanischer Reisebericht mit Impulsen für ein einfaches, nachhaltiges und gerechtes Miteinander in einer globalen Welt.

Europa und Südamerika werden in Beziehung gebracht, Armut und Reichtum sowie Fortschritt und Ursprünglichkeit ergründet. Als Leser*in taucht man in die Atmosphäre der bezaubernden Ferne ein, sodass man sich selbst wie auf Reisen durch die Andenstaaten fühlt.

Persönlich, gefühlsbetont und gesellschaftskritisch gewähren die Zeilen Einblicke in das Dasein abseits der Touristenpfade sowie in die Gedankenwelt einer jungen Reisenden.
Das Buch ist ein Aufruf zur Einfachheit.

Reisebericht über Südamerika Teil I – Inhalt

Lima. Eine Stadt, zwei Welten.
Peru. Ein Land, drei Welten.
Ich. Irgendwo dazwischen.

Reisebericht "Schlaflos in der Regenzeit"

Information

Taschenbuch
Preis € 9.95
Zzgl. Versandkosten: (D) € 1.60 / Buch | ab insgesamt 3 Büchern kostenlos
ISBN: 3-9810067-7-1
173 Seiten
39 Illustrationen

Ein Blick ins Buch

Hintergrund

Nach dem Abitur lebte und arbeitete ich ein halbes Jahr lang als Volontärin in Brasilien.

Vier Jahre später – im Jahr 2009 – kehrte ich nach Lateinamerika zurück, um als Physiotherapeutin in der Therapieeinrichtung Centro Vida Nueva am Stadtrand von Lima mit Kindern mit Behinderungen zu arbeiten. Im Anschluss bereiste ich Lateinamerika.

Diese Eindrücke habe ich in der Reiseerzählung „Schlaflos in der Regenzeit“ und „Zwischen den Zeilen reisen“ festgehalten.

Die im Buch beschriebene Reiseroute:

Reisebericht: Leseprobe

Schatten der Nacht und ihre Schattenseiten

(…)
Wir passieren die Märkte, die tagsüber von Menschen ebenso überfüllt sind, wie mein Kopf von Gedanken. An Orten, an denen die Stadt mir am Tag ihre Fülle lehrt, zeigt sie nun bedrohlich ihre Verlassenheit auf. Personen bewachen gesichtslos das Eigentum der Händler, Feuer lodern am Straßenrand und vernichten die Spuren des Tages. Und während die Dunkelheit die Farben und die Lebendigkeit aus dem Stadtbild radiert, malt sie der Morgen wieder ein, als hätte es das schlichte Schweigen der Nacht nie gegeben. Eine Sisyphusarbeit. Ein endloser Kreislauf.

Nachtschicht

Der Bus hält. Kritisch schaue ich, wer ihn betritt. Es ist ein kleines Mädchen, etwa sechs Jahre alt. Dreckig und müde sieht sie aus, aber ihre Arbeitsschicht ist noch nicht beendet. Sie versucht Bonbons an die übrigen Passagiere, an uns, an mich zu verkaufen.

Wortlos, eher schlafend als wach, schleicht sie durch den Bus, als wäre dieser ihr Zuhause. Sie kennt den Weg auswendig, verläuft sich auch schlafwandelnd nicht. Zwei Schritte, einmal den Kopf nach links heben, einmal den Kopf nach rechts heben. Dann wieder zwei kleine Schritte und den Kopf müde in beide Richtungen drehen. Von Gesicht zu Gesicht, von Sitz zu Sitz. Halb geöffnete Augen schauen mit leerem Blick in ebenfalls leere Gesichter. Jeder schüttelt den Kopf, lehnt mit der immer gleichen Miene ab. Manchmal mitleidig, manchmal mit einem Ausdruck der Gleichgültigkeit, als sei jene Situation bloß ein zusätzliches Angebot des Busses, das man mit einem routinierten Kopfschütteln an den Nächsten weiterreicht.

Gleichgültig darüber, nichts verkauft zu haben, setzt sich die Kleine in die letzte Reihe. Kaum sitzt sie, fallen ihr die Augen zu.
Der Bus fährt weiter, mein Blick ruht auf ihr.

Die Armut ist komplex

Die Bilder und Geschichten vor dem Fenster verstummen, weil das stille Mädchen viel zu laut ist. Sie wirbelt wieder dieses Elend in mir auf, das mich in Lima ständig ungefragt besucht. Denn das kleine Mädchen verkörpert unzählige Kinder, unzählige Kinder verkörpern unzählige Familien, unzählige Familien verkörpern eine Stadt, eine Stadt verkörpert unzählige Städte, unzählige Städte verkörpern unser gegenwärtiges Dasein.
Die Armut ist komplex!
Lima wird sie auch in der Zukunft nicht abschütteln können. Die Stadt trägt eine Zwangsjacke und lebt im Korsett. Es schnürt sich enger, wenn ich meinen Kopf drehe und das Mädchen anschaue, das in diesem Moment in der letzten Reihe ihre Kindheit verschläft.

Mitspielerin

Doch jedes Hinsehen kann nicht mehr sein als ein Wegsehen, solange ich nur schaue und nicht handle. Nicht handle, weil ich nicht weiß wie. Ich kenne die Spielregeln nicht. Ich kenne noch nicht einmal das Spiel. Aber ich bin Mitspielerin. Ungefragt. Irgendjemand hat die Karten verteilt und ich frage mich, warum ich den Joker in den Händen halte und das Mädchen den schwarzen Peter.

Aussteigen

Ich finde keine Antwort und setze aus. Auch der Busfahrer braucht eine Pause. Wir steigen in den nächsten Bus und dort wiederholt sich, was sich für die Kleine vermutlich den ganzen Tag wiederholt – wahrscheinlich an jedem Tag. Bonbons anbieten, Kopfschütteln, weitergehen. In der letzten Reihe angekommen, fallen ihr erneut die Augen zu, bis sie irgendwann aufsteht und dem Cobrador auf Zehenspitzen stehend leise bajar, aussteigen, ins Ohr flüstert. Das ist das einzige, was sie sagt. Bajar. Und still frage ich mich, ob sie nur den Bus, oder unser Spiel meint.

(…)

Stimmen von Leser*innen zum Reisebericht „Schlaflos in der Regenzeit“

Alles in allem, ein in einer wunderschönen poetischen Sprache geschriebenes Buch, von dem ich mir (und Dir natürlich) wünsche, dass es große Resonanz erfährt.

Ingfried

Das Buch hat mir ausnehmend gut gefallen. Was mich besonders beeindruckt hat, ist dein Schreibstil, der im „Spiel mit den Worten“ wirklich tolle Satzkonstruktionen entstehen lässt.
Hatte ich zu Beginn den üblichen Reisebericht über Land und Leute erwartet, so wurde ich doch eines besseren belehrt! Sicher bleibt es auch ein Reisebericht… aber es ist ein Bericht, der viele Kleinigkeiten groß werden lässt.

H.F.

Peter

Mit der wundervollen Sprache, den einfühlsamen Aussagen mit kritischem Hintergrund, wurde Dein Buch etwas Besonderes. Deine Analyse der vielschichtigen Probleme ist gekoppelt mit einer großen Liebe zur Einzigartigkeit der Menschen und der Natur.

Karin und Klaus

Dieses Buch berührt mich, regt mich sehr zum Nachdenken an, entführt mich in die Ferne, weckt meine Sehnsucht, spricht mir aus der Seele.

Claudia

Während unseres Urlaubs im Benen Diken Hof entdeckte ich kürzlich Ihr Büchlein an der Rezeption: Der Titel hatte mich neugierig gemacht, ein kurzer Blick in das Innere bekräftigte den Lesewunsch. Der Kauf war schnell erledigt und die ca. siebenstündige Rückreise ins Hessische der Kurzweil geweiht. Vom Buch wirklich in den Bann gezogen, hörte meine Mann nur noch gelegentliches Schmunzeln von mir.
Ohne Umschweife: Ein genial geschriebenes Buch, das inhaltlich und vor allem sprachstilistisch von einer offenkundig begnadeten Autorin geschrieben wurde. Kein Anflug von Langeweile, ein roter Faden erkennbar, aber jede Episode spannend geschrieben. Sollte man mal Hr. Hellmuth Karrassek zur Verfügung stellen, sein Buch „Auf Reisen“ , auch nett geschrieben, habe ich dann zu Ihren Gunsten beiseitegelegt.

Sabine

Reisebericht Bücher Presse2014.04_Neue Presse, Coburg


Reisebericht Bücher Presse

2014.04_Sylter Spiegel

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