Fokus auf das Gute: Welche Chancen entstehen durch die Corona-Krise?

Persönliche Schicksalsschläge, wirtschaftliche Herausforderungen, Homeoffice mit gleichzeitiger Kinderbetreuung, Kontaktverbote usw. – die Nachrichten werden von negativen Ereignissen dominiert.
Doch ohne dies auszublenden, kann man mit verändertem Fokus auch eine andere Seite entdecken: Entschleunigung, Miteinander, Kreativität, Fortschritte in der Digitalisierung, persönliche Entwicklung, ein Umdenken im Klimaschutz usw..

Nachdem ich den Artikel Corona: Krise, Herausforderung und Riesenchance veröffentlicht habe, war ich gespannt auf weitere Ansichten. Darum habe ich u.a. einen Gesundheitswissenschaftler, einen Psychologen, die Glücksministerin, Achtsamkeitstrainerinnen, Autor(inn)en, Minimalist(inn)en, eine Ordnungsexpertin, Mindset-Expert(inn)en und Reiseblogger(inn)en gefragt, welche Chancen ihrer Meinung nach durch die Corona-Krise entstehen.
Es sind spannende, vielfältige und wertvolle Antworten zusammengekommen.

Vielen herzlichen Dank an alle, die so spontan und engagiert mitgemacht haben.
Ich wünsche viel Freude beim Lesen der positiven Impulse.
Johanna

P.S. Weitere Beiträge nehme ich gern entgegen. Einfach anschreiben.

Denise Colquhoun: Bedacht konsumieren und schätzen, was wir oft für selbstverständlich halten

„Höher, schneller, weiter … damit ist seit Mitte März schlagartig Schluss. Wenn ich einen Wunsch frei hätte dann wäre das, dass wir auch in Zukunft ein bisschen bedachter mit unserer Zeit und unseren Ressourcen umgehen. Wenn wir in Zukunft die Dinge schätzen lernen, die wir gerade am meisten vermissen und bisher für selbstverständlich gehalten haben. Ich bin ein großer Fan von bedachtem Konsum und habe die große Hoffnung, dass sich unsere Werte in Zukunft ändern werden. Gerade jetzt sehen wir, was wir wirklich brauchen und wie wenig das eigentlich ist.“

Die aktuelle Lage kann mich nicht erschüttern. Zwar musste auch ich mich Anfangs auf die neue Situation einstimmen, doch nach wenigen Tagen habe ich es als Chance gesehen. Als Chance, neue Wege zu finden und mich auf das Wesentliche zu fokussieren.

Was mir im Moment Kraft schenkt, ist ausreichend Schlaf, der Blick in den Garten und gutes Essen auf dem Tisch. Und als alleinerziehende Mutter von drei Kindern, sind die freien Wochenenden alle 14 Tage von ganz besonderem Wert. 

Denise Colquhoun hilft als Fräulein Ordnung Menschen, schöner zu wohnen und unnötigen Ballast abzuwerfen. Viele Anregungen, wertvolle Ordnungstipps – aber auch das kleine Glück gibt es auf ihrem Blog www.fraeulein-ordnung.de.

Denise auf Facebook | Instagram

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Tobias Esch: Üben, was gut tut und die eigene Stressfestigkeit verbessern

„Corona bedeutet für fast alle von uns Stress. Manche haben ihre Arbeit verloren, andere werden von neuen Aufgaben überschüttet.  Manche haben plötzlich einen leeren Tag, den sie füllen müssen, andere müssen zuhause Home Office und Kinderbetreuung vereinbaren. Was uns alle betrifft: die Angst, dass jemand, den wir lieben, vielleicht schwer erkrankt oder stirbt. Keiner weiß, wie es weitergeht – gesundheitlich, wirtschaftlich, sozial.

Genau das ist Stress. Und so ist Corona eine gute Gelegenheit, an der eigenen Stressfestigkeit zu arbeiten, Das heißt: sich ganz bewusst neu aufzustellen und das, was wichtig ist und gut tut, zu üben, gerade jetzt: Regelmäßig essen. Kochen. Eine warme Hauptmahlzeit. Genug trinken. Früh ins Bett. Jeden Tag rausgehen oder zuhause bewegen. Kontakt pflegen zu Familie und Freunden. Andere unterstützen. Informationshygiene: Nur ein begrenztes, selbst gewähltes Maß an (bad) News am Tag zulassen. Täglich eine kurze Zeit der inneren Einkehr widmen. Entrümpeln: Es ist eine gute Zeit, um zu sehen, was wichtig ist und was man braucht – und was nicht. Vor allem aber: Sich immer wieder bewusst aus Grübeleien und Zukunftsängsten, so berechtigt sie sein mögen, lösen und auf das Jetzt, den gegenwärtigen Moment beziehen. All das erhöht unsere Möglichkeit, mit Stress besser umzugehen – jetzt und in Zukunft.

Übrigens: Die Uniambulanz Witten gibt auf ihrem youtube-Kanal einmal wöchentlich einen Impuls mit Anregungen zu genau diesen Elementen der Gesundheitsförderung und des Stressmanagements. Lassen Sie sich unterstützen und schauen Sie „bei uns“ rein!“

Und hier ist auch schon der erste clip:

https://www.youtube.com/watch?v=PGnTjcCAX58

Tobias Esch ist Mediziner, Gesundheitswissenschaftler und Autor und insbesondere im Bereich der Gesundheitsförderung und Prävention tätig. Als Pionier einer ganzheitlichen Allgemeinmedizin sowie als Experte für die Neurobiologie des Glücks, prägte er die Integrative Gesundheitsförderung in Deutschland.  Seit 2016 forscht und lehrt er an der Universität Witten/Herdecke.

Copyright: Lukas Schulze

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Dennis Fischer: Jetzt ist die Zeit zum Investieren!

„Damit meine ich nicht nur das Thema „Geld investieren“, sondern vor allem sollten wir jetzt in unsere Zukunft investieren. Wenn wir die beiden Aspekte Proaktivität und Digitalisierung miteinander kombinieren und in unsere DNA aufnehmen, werden wir in den nächsten Jahren unaufhaltbar.“

Ich beobachte gerade zwei Typen von Menschen. Die einen sitzen die Corona-Krise aus, legen die Füße hoch und warten bis alles wieder wie früher wird. Die anderen haben verstanden, dass es nie wieder genauso wie vorher wird und nehmen ihre Zukunft selbst in die Hand.
Sie bilden sich weiter, passen ihr Geschäftsmodell an oder helfen Menschen, denen es noch schlechter geht.

Ich wünsche mir, dass jetzt alle aufwachen und erkennen, dass diese Krise eine riesige Chance bietet. Neben der Umwelt, die gerade einen tiefen Atemzug nimmt und sich ein wenig erholt, bin ich vor allem von der schnellen Digitalisierung in Deutschland begeistert. Homeoffice, Remote-Meetings und zoom-Calls waren vor wenigen Wochen noch Fremdwörter. Jetzt sind sie nicht mehr wegzudenken.

Wenn wir diese beiden Aspekte: Proaktivität und Digitalisierung miteinander kombinieren und in unsere DNA aufnehmen, werden wir in den nächsten Jahren unaufhaltbar.

Dennis Fischer ist erfolgreicher Autor, Berater und Speaker. Bei allem was er tut, geht es ihm darum Menschen ins Handeln zu bringen und ihnen dabei zu helfen ihre Ziele zu erreichen.

Wenn du mehr über ihn erfahren möchtest, lies am besten sein Buch: „52 Wege zum Erfolg“ oder schaue auf seinem erfolgreichen Blog www.52ways.de vorbei.

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Sabrina Haase: Stress macht uns auch kreativer, leistungsfähiger und emphatischer

„In jeder Krise steckt meiner Meinung nach viel Wachstumspotenzial. Immer dann, wenn wir etwas verlieren oder sich unser Umfeld verändert, beginnen wir, unsere Werte zu reflektieren. Das wiederum steigert unsere Veränderungsbereitschaft zugunsten unserer persönlichen Werte und Ziele. Wir wissen plötzlich wieder Dinge zu schätzen, die aktuell nicht möglich sind – zugleich bemerken wir aber auch, was uns gut tut und worauf wir getrost verzichten können.“

Welche positiven Veränderungen / Entwicklungen kannst du beobachten (bei dir und in der Gesellschaft)?
Für viele bedeutet es gerade viel Stress. Doch macht uns gerade dieser Stress auch kreativer, leistungsfähiger und emphatischer. So viel soziales Engagement und Mut, sich mit mehr oder weniger bekannten Menschen zu verbinden, ist sehr beeindruckend. Bei meinen Kunden beobachte ich auch, wie viele kreative Ideen und Aktionen aus der Not heraus entstanden sind,  auf die sie sonst nicht gekommen wäre. Allein die spontane Umstellung auf digitale Medien fand ich sehr spannend. Jeder Trainer war plötzlich online sichtbar. Ich selbst habe auch einen Teil meiner Kunden nun digital betreut. Für einen meiner Unternehmenskunden habe ich sogar ein Gruppencoaching online durchgeführt, was ich mir vorher in dieser Form nie vorgestellt hätte. Erstaunlicherweise waren meine Klienten viel offener und gesprächiger – vermutlich, weil sie sich in ihrer häuslichen Umgebung viel sicherer gefühlt haben.

Was gibt dir jetzt Kraft?
Das sind verschiedene Faktoren: zum einen meine Familie, meine täglichen Aufgaben und Strukturen, aber auch meine innere Einstellung. Ich nutze beispielsweise die Krise aktiv, um mich mit neuen, insbesondere digitalen Themen zu beschäftigen, die ich schon lange vor mich hergeschoben habe. Ebenso unterstütze ich vermehrt Menschen, denen es härter getroffen hat, als mich bzw. mein Unternehmen. Das tut sehr gut.

Was sollten wir uns von dieser Zeit bewahren? / Was wünschst du dir für “danach“ (im kleinen Kreis, aber auch für das große Ganze)?
Für gewöhnlich passen wir uns schneller wieder an alte Kontexte an, als gedacht. Wichtig ist es daher, schon jetzt genau zu überlegen, was wir wie beibehalten wollen. In meinem Falle ist es beispielsweise das positive, unterstützende Miteinander auch mit fremden Menschen, wie auch der vermehrte Einsatz digitaler Medien in meinem Business als Mental Coach. So sehr ich den persönlichen Kontakt schätze, machen uns digitale Medien eben auch unabhängiger, insbesondere in Krisen wie Corona, dessen Ende noch gar nicht abschätzbar ist.

Sabrina Haase (M.A. Sportwissenschaft und Psychologie, Mental Coach, Motivations- und Stress Expertin, Autorin) leitet das Performance Institute Hamburg.
Anlässlich der Corona Krise bietet sie am 28.4 zwischen 16-18 Uhr ein kostenloses 25min Impuls-Coaching an. Anmeldung über das Kontaktformular ihrer Seite mit dem Stichwort Instagram.

Sabrina auf Instagram | Xing

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Christof Herrmann: Aus dem aktuellen Geschehen lernen – individuell, gesellschaftlich, politisch und institutionell

„Ich glaube, dass wir – individuell, gesellschaftlich, politisch und institutionell – aus dem aktuellen Geschehen lernen und nach der Pandemie gestärkt und weiser hervorgehen werden.
(…)
Dass in der Gesundheits- und Krankenpflege Personalmangel herrscht, niedrige Löhne gezahlt werden, aber trotzdem die Verantwortung hoch und die Arbeitszeiten lang sind, ist seit Jahren bekannt. Geändert hat sich nicht viel. Während der Coronavirus-Krise verschärft sich der Pflegenotstand. Vielleicht ist das eine Chance, diesen wichtigen Beruf endlich aufzuwerten und die Arbeitsbedingungen zu verbessern. Das würden die Ausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflege und das Studium der Pflegewissenschaften attraktiver machen.“

Auszug aus dem Artikel 10 positive Aspekte, die wir der Coronavirus-Krise abgewinnen können, den Christof auf seinem Blog veröffentlicht hat, um der Verunsicherung und den negativen Nachrichten etwas Positives entgegenzusetzen.

Christof Herrmann schreibt auf seinem Blog www.einfachbewusst.de über Minimalismus, Nachhaltigkeit, vegane Ernährung und Wandern.

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Sarah Hirschauer: Zeit für Herzensangelegenheiten – die liebsten Dinge und die ungelösten Gefühle

„Schon irgendwie ein Luxus, viele Dinge tun zu können, die Herzensangelegenheiten sind. Das wäre doch dauerhaft eine Welt, in der jeder Zeit hätte, täglich seinen lieben Themen nachzugehen! Gleichzeitig kommt in so viel freier Zeit auch Schmerz hoch. Ungelöste Gefühle, die den Weg zeigen, dass alte Geschichten nicht mehr zum Neuen passen. Letztendlich wohl eine Einladung leichter unterwegs zu sein und die dann neu entstandene Kraft in guter Weise zu nutzen.“

Wenn ich über die Zeit nachdenke, dann gibt es gerade die “Zeit vor Corona“ und die “Zeit nach Corona“. Vor Corona war gefühlt vieles anders. Jetzt habe ich viel freie Zeit zur Verfügung, die gestaltet werden will. Wunderbar, um fast jeden Tag den Wald zu besuchen, das Gemüsebeet vorzubereiten und intensiv Yoga zu üben. Schon irgendwie ein Luxus, viele Dinge tun zu können, die Herzensangelegenheiten sind. Das wäre doch dauerhaft eine Welt, in der jeder Zeit hätte, täglich seinen lieben Themen nachzugehen! Gleichzeitig kommt in so viel freier Zeit auch Schmerz hoch. Ungelöste Gefühle, die den Weg zeigen, dass alte Geschichten nicht mehr zum Neuen passen. Letztendlich wohl eine Einladung leichter unterwegs zu sein und die dann neu entstandene Kraft in guter Weise zu nutzen.
Was mein Umfeld betrifft, bin ich inspiriert von den vielen Fahrradfahrern, die täglich an mir vorbeifahren. Sie gehen mit gutem Beispiel voran, was ich noch ausbauen könnte. Für den erwünschten Umweltschutz brauchen wir wohl auch mehr Zeit zur Verfügung, um neue Verhaltensweisen anzutrainieren und beizubehalten. Am meisten freut mich auch die “Geber-Mentalität“. Das einzubringen, was ein jeder ganz besonders gut kann und gebraucht wird im großen Ganzen. Beispiele gibt es überall und das Schöne ist, dass vieles was vorher nicht ging, plötzlich in rasantem Tempo umgesetzt wird.

Sarah Hirschauer ist Managerin für angewandte Gesundheitswissenschaften und unterrichtet Yin-Yoga und Entspannung. 

Sarah auf Instagram

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Lina Jachmann: Der Wert von Zeit

„Eineinhalb Meter Abstand beherrschen das Land. “Social distancing“ nennen es die Medien. Doch der Begriff ist nicht ganz glücklich gewählt. Denn eigentlich geht es um Physical Distancing. Auf der einen Seite geht es also um Abstand, gleichzeitig ist zu beobachten, dass wir durch Corona enger zusammenrücken, aufeinander Rücksicht nehmen und uns über andere Kanäle verbinden. Es entsteht Raum für Solidarität und Kreativität.
(…) Vielleicht werden die Menschen rückblickend sagen, dass sie von Corona gelernt haben, dass die wichtigsten Dinge im Leben keine Dinge sind.“

Unsere Nachrichten dominiert seit Wochen nur ein einziges Thema: die Corona Krise. Es mag an der phonetischen Alliteration liegen und an den überwältigenden Auswirkungen, die diese globale Pandemie mit sich bringt, dass wir kaum eine Schlagzeile über die “Corona Chance“ zu lesen bekommen. Auf den ersten Blick erleben wir alle massive Einschränkungen und großen Verzicht. Wir können plötzlich nicht mehr normal zur Arbeit oder in die Schule gehen, nicht mehr Reisen und unsere Liebsten nicht mehr wie gewohnt treffen und in den Arm nehmen.

Eineinhalb Meter Abstand beherrschen das Land. “Social distancing“ nennen es die Medien. Doch der Begriff ist nicht ganz glücklich gewählt. Denn eigentlich geht es um Physical Distancing. Auf der einen Seite geht es also um Abstand, gleichzeitig ist zu beobachten, dass wir durch Corona enger zusammenrücken, aufeinander Rücksicht nehmen und uns über andere Kanäle verbinden. Es entsteht Raum für Solidarität und Kreativität: junge Menschen kaufen für Ältere ein und übergeben die Einkäufe kontaktfrei, Omas und Opas lesen ihren Enkeln per Video-Konferenz Geschichten vor und Freunde verabreden sich zum virtuellen Spieleabend.

In der Arbeitswelt kann die Digitalisierung nun ihr volles Potential entfalten. Verstaubte Strukturen und alte Gewohnheiten werden radikal hinterfragt und revolutioniert. Mit dem Ergebnis, dass manche Berufstätige überrascht feststellen, wie viele der – ach so wichtigen –Businesstrips der vergangenen Jahre durch eine einfache E-Mail oder einen Anruf hätten erledigt werden können.

Plötzlich ist Raum da, um den eigenen Konsum kritisch zu hinterfragen und neue Wege auszuprobieren. Abgesehen von der Grundversorgung haben die Läden geschlossen. Die Sharing Economy, Selbermachen, Neues Lernen und Tauschen stehen daher hoch im Kurs. Wer Nähen kann versorgt das Umfeld nun mit selbstgemachten Mundschutzmasken, Sauerteigstarter werden eifrig an Neubäcker*innen verschenkt, Kleidung und Konsumgüter gebraucht über Internetplattformen erworben und die Bohrmaschine kontaktfrei aus der Nachbarschaft geborgt.

Diese besondere Zeit gibt uns die Möglichkeit, um kurz innezuhalten und herauszufinden was wirklich wichtig ist. Vielleicht werden die Menschen rückblickend sagen, dass sie von Corona gelernt haben, dass die wichtigsten Dinge im Leben keine Dinge sind.

Lina Jachmann ist Kreativdirektorin und Autorin. Sie beschäftigt sich seit vielen Jahren mit den Themen Lifestyle und Zeitgeist. Bei Knesebeck sind ihre Bücher „Einfach leben“, der „Einfach leben – Praxis-coach“ und „Magic Morning“ erschienen. Die ersten beiden Bücher widmen sich dem Thema Minimalismus und das neuste Buch den Morgenroutinen.

Lina auf Instagram 

Copyright: Marlen Mueller

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Cornelia Kausch: Zufriedenheit und Miteinander, aber auch Ängste und Misstrauen

„Ich erfahre Freude und Zuversicht, Genuss mit dem was man hat, Zufriedenheit im Sein und im Hier und Jetzt. Ich erfahre einen wohlwollenden Austausch, ein Hallo wenn man sich regelmäßig begegnet, obwohl man sich nicht kennt. Ruhe und Sinnhaftigkeit sowie Kreativität und Zeit für Dinge, die ich immer schon anpacken wollte. Ich nehme wahr, wieviel Väter mit ihren Kindern unterwegs sind und Spass haben.
Und:
Ich erfahre Ängste und Kontrollverlust in der Gesellschaft, das was vermeintlich planbar war und auch Sicherheit gegeben hat, ist plötzlich nicht mehr planbar und dient auch nicht mehr als Anker, entsprechend muss ich etwas Neues suchen. Das macht die Menschen unsicher.

Ich wünsche mir die Einführung von Liebe und Zugehörigkeit als neue Messeinheit in unseren Unternehmen, mit einer Gewichtung die ähnlich stark ist wie Profit.

Welche Chance erkennst du in der aktuellen Situation?

Dass die Menschen tatsächlich diese Chance nutzen um mehr von Innen nach Aussen zu schauen und realisieren, dass nur im Innen das Glück und die Zufriedenheit liegt. Müßiggang ist aller Liebe Anfang, Ruhe, die wir erleben, die Explosion der Natur, die sich von unseren Nöten in keiner Weise tangieren lässt, ist fantastisch.

Welche positiven Veränderungen / Entwicklungen kannst du beobachten (bei dir und in der Gesellschaft)?

Ich erfahre Freude und Zuversicht, Genuss mit dem was man hat, Zufriedenheit im Sein und im Hier und Jetzt. Ich erfahre einen wohlwollenden Austausch, ein Hallo wenn man sich regelmäßig begegnet, obwohl man sich nicht kennt. Ruhe und Sinnhaftigkeit sowie Kreativität und Zeit für Dinge, die ich immer schon anpacken wollte. Ich nehme wahr, wieviel Väter mit ihren Kindern unterwegs sind und Spass haben.

Und:

Ich erfahre Ängste und Kontrollverlust in der Gesellschaft, das was vermeintlich planbar war und auch Sicherheit gegeben hat, ist plötzlich nicht mehr planbar und dient auch nicht mehr als Anker, entsprechend muss ich etwas Neues suchen. Das macht die Menschen unsicher. Ich spüre mehr Mißtrauen im Umgang miteinander, mehr Polarisierung und Feindseligkeit, mehr Fremdenhass und auch fehlende Reflektion. Ich spüre, dass die Menschen sehr gerne ein Bild davon malen, dass nach Corona die Dinge wieder so sein werden wie vorher.

Was gibt dir jetzt Kraft?

Meine tägliche innige und ausgedehnte Verbindung mit der Natur und mit den Menschen die ich liebe sowie auch meine Kunden, die meine Arbeit auch On-line annehmen und mich schätzen

Was sollten wir uns von dieser Zeit bewahren? / Was wünschst du dir für “danach“ (im kleinen Kreis, aber auch für das große Ganze)?

Mehr Ruhe und Besonnenheit, die Einführung von Liebe und Zugehörigkeit als neue Messeinheit in unseren Unternehmen, mit einer Gewichtung die ähnlich stark ist wie Profit. Reduktion von Reisen und dramatischer Zerfall der ‚Möchtegern Performer‘ denen durch die Krise die Plattform entzogen wurde und sie nunmehr keine Zuschauer mehr haben. Für mich selbst werde ich definitiv 80% meiner Consultings und Coachings online machen und weniger reisen. Und ich werde jeden Tag in die Natur gehen, um sie zu spüren, Kraft zu tanken und wahrhaftig zu sein. 

Cornelia Kausch berät und unterstützt Dienstleistungsunternehmen im Bereich Hotellerie, Gastronomie und Tourismus.

www.ckhospitality.de

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Natalie Klein: Wie Corona uns wieder mehr Geduld beibringt

„Geduld heißt für mich: dem jetzigen Moment freundlich und ruhig entgegentreten. Ihm Raum und Aufmerksamkeit schenken. Sich der aktuellen Situation stellen und dabei achtsam reagieren – statt impulsiv.
Denn: Je mehr inneren Widerstand wir jetzt aufbauen – uns aufregen, weil wir wollen, dass es vorbei ist – desto unerträglicher wird die Situation.
Bleiben wir dagegen geduldig – mit uns und dieser schwierigen Zeit im Moment – werden wir das Ganze schonender aushalten. Geduld ist eine innere Haltung und mentale Strategie, die für unseren Kopf sowas ist wie der Akkusparmodus fürs Smartphone.“

Zugegeben: es ist im Moment echt hart, die Geduld NICHT zu verlieren.

Viele von uns mussten ihr Restaurant oder Geschäft schließen. Sind in Kurzarbeit. Müssen die Kids 24/7 zuhause bespaßen. Wer auf Jobsuche ist, erlebt Stillstand. Urlaub machen – geschweige denn planen – geht auch nicht.

Und vor allem: es ist weiterhin nicht absehbar, wann all das wieder „normal“ laufen wird.

Was wir trotz allem oder gerade deshalb jetzt wieder lernen. ECHTE Geduld. TIEFE Geduld.

Geduld heißt für mich: dem jetzigen Moment freundlich und ruhig entgegentreten. Ihm Raum und Aufmerksamkeit schenken. Sich der aktuellen Situation stellen und dabei achtsam reagieren – statt impulsiv.

Denn: Je mehr inneren Widerstand wir jetzt aufbauen – uns aufregen, weil wir wollen, dass es vorbei ist – desto unerträglicher wird die Situation.

Bleiben wir dagegen geduldig – mit uns und dieser schwierigen Zeit im Moment – werden wir das Ganze schonender aushalten. Geduld ist eine innere Haltung und mentale Strategie, die für unseren Kopf sowas ist wie der Akkusparmodus fürs Smartphone.

Wir müssen es nur ausprobieren.

Gib dir Zeit. Akzeptiere, wenn es gerade mal nicht weitergeht. Vertraue darauf, dass auch wieder andere Zeiten kommen werden. Das werden sie. Auch wenn es schwierig ist. Lerne echte Geduld als etwas Wertvolles wieder neu kennen.

Namasté, Natalie

Natalie Klein ist Achtsamkeitscoach. www.nownow-achtsamkeit.de
NOWNOW achtsamkeit by natalie klein.

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Hannah Klenk: Wir sind alle gleich

„Natürlich ist es toll zu sehen, wie viel Solidarität viele Menschen in diesen Zeiten an den Tag legen. Allerdings gab es schon immer viele hilfsbereite Menschen und großartige Projekte. Mich macht vor allem der Gedanke glücklich, dass dieses Virus uns Menschen wieder bewusst macht, dass wir alle gleich sind. Ob Premierminister, Multimilliardär oder Flüchtling – niemand kann sich im Angesicht dieses Virus anderen überlegen fühlen. Ich hoffe, dass dieses Gefühl des „Einsseins“ auch nach der Krise weiter anhält. Außerdem empfinde ich es als positiv, dass ich gerade viel Zeit habe, über mich, meine Gefühle, Gedanken und meine Zukunft nachzudenken. Ich weiß, dass dieser Teil besonders für Menschen mit psychischen Erkrankungen eine große Herausforderung darstellt. Aber für den Rest der Menschheit ist es sicherlich auch mal ganz gut. Vielleicht merken manche Paare erst durch die gemeinsame Quarantäne, dass sie längst nichts mehr verbindet. Oder der größte Partykönig erkennt, dass er mit dem Feiern nur seine tiefsten Ängste übertönt. Solche Erkenntnisse mögen erstmal hart sein, können uns alle aber als Persönlichkeiten und als Gesellschaft nur weiterbringen.“

Hannah Klenk schreibt auf ihrem Blog www.von-jetzt-nach-gruen.de über Nachhaltigkeit und einen bewussten Lebensstil.

Hannah auf Instagram

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Shivapriya Kluger: Wir können diese Stille nutzen, um uns mit unserem Inneren zu verbinden

„Der Lärm und die Ablenkung im Außen überdecken nichts mehr. Wir können diese Stille nutzen, um uns mit unserem Inneren zu verbinden. Hineinspüren. Hinschauen. Uns rückbesinnen auf die Essenz und den Sinn unseres Lebens.
Warum bin ich hier? Wer bin ich, wenn alles im Außen zerbricht? Führe ich ein Leben, das ich aus tiefstem Herzen liebe? Liebe ich mich selbst? Was liebe ich an meinem Leben und bei was bin ich froh, dass es gerade nicht da ist?“

Viele Menschen verbringen aktuell so viel Zeit mit sich selbst, wie vielleicht ihr ganzes Leben noch nicht. Am Anfang fühlte es sich noch wie Urlaub an, doch umso länger man Zeit mit sich verbringt, umso mehr offenbart sich.

Es ist eine Zeit der Transformation. Alte Glaubensmuster, Ängste und vergrabene Gefühle zeigen sich und wollen gesehen werden. Der Lärm und die Ablenkung im Außen überdecken nichts mehr. Wir können diese Stille nutzen, um uns mit unserem Inneren zu verbinden. Hineinspüren. Hinschauen. Uns rückbesinnen auf die Essenz und den Sinn unseres Lebens.

Warum bin ich hier? Wer bin ich, wenn alles im Außen zerbricht? Führe ich ein Leben, das ich aus tiefstem Herzen liebe? Liebe ich mich selbst? Was liebe ich an meinem Leben und bei was bin ich froh, dass es gerade nicht da ist?

Wir kommen zurück auf die wirklich wichtigen Fragen und das ist eine riesige Chance um Klarheit für das eigene Leben zu finden. Wir können nun entscheiden ob wir uns mit der Angst verbinden oder die Chance nutzen um etwas ganz Wundervolles zu kreieren. Ein Leben in wahrhaftiger Selbstliebe und Fülle. Viele hören den Ruf und nutzen diese Zeit – das zeigen mir die vielen neuen Coaching-Anfragen rund ums Thema Selbstliebe und wie man sich ein authentisches, erfülltes Leben aufbaut.

Ich wünsche euch allen Gesundheit, den Mut zur Innenschau und Vertrauen in eure innere Stärke!

Shivapriya

Shivapriya Kluger ist zertifizierter Systemischer Coach, Yoga- und Ayurvedatherapeut und bietet Coachings & Healing Sessions, sowohl ortsunabhängig als auch in ihrer Praxis in Heilbronn, an.

www.selbstliebe2go.de
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Anchu Kögl: Entscheidungen hinterfragen – auf der individuellen und auf der gesellschaftlichen Ebene

„Sind wir im Leben da, wo wir sein möchten? Möchten wir schon seit langem etwas verändern? Gibt es Menschen, mit denen wir mehr Zeit verbringen möchten – oder vielleicht weniger?
Diese Krise ist eine große Chance, um uns selbst besser kennenzulernen. Um bisherige Entscheidungen zu hinterfragen. Um uns mit unseren Ängsten auseinanderzusetzen. Um uns zu fragen, was zum Teufel wir mit unserem Leben eigentlich machen wollen und ob wir nicht mal irgendwann falsch abgebogen sind.“

Jede Medaille hat ja bekanntlich zwei Seiten. Und so ist es auch mit der Corona-Krise.

Ein Vorteil ist zum Beispiel, dass wir die Zeit finden, wieder mit alten Freunden in Kontakt zu kommen. Ich haben in den letzten Wochen ausgiebig mit zwei Freunden telefoniert, mit denen ich schon seit über 5 Jahren nicht mehr gesprochen habe.

Ein weiterer Vorteil ist, dass wir einfach deutlich mehr Zeit haben. Zeit um zu lesen. Um eine neue Sprache zu lernen. Um Zuhause auszumisten.

Ich habe mich in den letzten Wochen zum Beispiel sehr intensiv mit dem Thema Investition beschäftigt (Gold, Aktien, Bitcoin).

Doch den bei weitem größten Vorteil sehe ich darin, dass wir die Zeit und vor allem auch die Ruhe haben, um über uns selbst nachzudenken.

Sind wir im Leben da, wo wir sein möchten? Möchten wir schon seit langem etwas verändern? Gibt es Menschen, mit denen wir mehr Zeit verbringen möchten – oder vielleicht weniger?

Diese Krise ist eine große Chance, um uns selbst besser kennenzulernen. Um bisherige Entscheidungen zu hinterfragen. Um uns mit unseren Ängsten auseinanderzusetzen. Um uns zu fragen, was zum Teufel wir mit unserem Leben eigentlich machen wollen und ob wir nicht mal irgendwann falsch abgebogen sind.

Und genau diesen letzten Punkt wünsche ich mir nicht nur auf einer individuellen Ebene, sondern auch auf einer gesellschaftlichen.

Denn eines steht fest: so wie bisher, sollten wir nicht mehr weitermachen.

Anchu Kögl ist Mindset-Experte. Auf seinem Blog www.anchukoegl.com schreibt er über positives Denken, Loslassen und Ängste. Er erreicht monatlich über 100.000 Menschen mit seinen Artikeln und Videos. Falls du mehr von ihm lesen möchtest, fange mit diesem Artikel an: Positiv denken

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Prof. Dr. Niko Kohls: Aufgehoben und transformiert durch die Krise

„In der Auseinandersetzung mit dem Außergewöhnlichen, Unvorhersehbaren und Bedrohlichen kann der Mensch mitunter erst ein Entwicklungspotenzial entdecken und realisieren, dass ihm unter geordneten Alltagsbedingungen nicht zugänglich ist.
(…) Eine Krise wirft uns immer auf uns selbst zurück, und bietet die Möglichkeit, uns ernsthaft mit uns selbst auseinanderzusetzen.
(…) Die Tatsache, dass wir jetzt Alle eine kollektive Anomalie erleben, auf die jeder (s)eine Antwort finden muss, birgt aus meiner Sicht deswegen nicht nur große Gefahr, sondern auch eine große Chance für die Menschheit als solches!“

Da ich mich wissenschaftlich sowohl in meiner Diplom- als auch Promotionsarbeit und dann auch meiner Habilitationsschrift mit außergewöhnlichen Erfahrungen / Bewusstseinszuständen und ihrer Auswirkung auf Gesundheit beschäftigt habe, habe ich naturgemäß eine differenzierte Sicht auf Krisensituationen und ihre individual- und sozialpsychologischen Konsequenzen. Und meine eigene Lebenserfahrung, die natürlich auch durch bestimmte Krisensituationen geprägt war, wie es bei jedem Menschen der Fall ist, bestätigt dies.
Beispielsweise bin ich zu der Frage, was Selbstregulation ist und wie man diese entwickeln kann, als Teenager über eine eigene Erkrankung mit längerem Krankenhausaufenthalt und vielen Einschränkungen über einen längeren Zeitraum von fast einem Jahr, gekommen. Der Fragestellung bin ich treu geblieben, sie hat letztlich meine akademische Laufbahn bestimmt und ich verdiene, wenn Sie so wollen, damit nun mein tägliches Brot! Insofern bin ich im Nachhinein sehr dankbar und zufrieden, aber auch demütig, dass mir eine Krise den Weg gewiesen.

Natürlich stimmt das Bonmot, dass in jeder Krise auch eine Chance steckt. Erst seit der Aufklärung haben wir uns mit dem Gedanken schwergetan, dass jede Krise auch ein Aufruf zur Veränderung und Entwicklung ist. Vermutlich liegt es daran, weil unsere modernen Gesellschaften – mit wenigen Ausnahmen – sehr risikoaversiv sind und eindeutige, stabile, vorhersagbare Situationen schätzen. Das hat sicherlich viele Vorteile, birgt natürlich als Kehrseite der Medaille auch die Gefahr der Gleichförmigkeit, Monotonie, und Langeweile (vor allem, wenn man nicht achtsam ist). Denn in der Auseinandersetzung mit dem Außergewöhnlichen, Unvorhersehbaren und Bedrohlichen kann der Mensch mitunter erst ein Entwicklungspotenzial entdecken und realisieren, dass ihm unter geordneten Alltagsbedingungen nicht zugänglich ist (hier könnte man dann von der Krise der Normalität sprechen). Wenn der Philosoph Hölderlin sagt „Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch“ nimmt er damit die Erkenntnisse der Resilienz- und Traumaforschung vorweg, die ja bei einigen Menschen eine Form von posttraumatischen Wachstum beobachtet hat. Natürlich ist es auch so, dass viele Menschen nicht aus der Krise finden und in ihr gefangen bleiben. Denken wir nur an die vielen Menschen, die an einem Burnout erkranken und als Folge eine dauerhafte Form der Labilität, Fragilität und Vulnerabilität davontragen; ich bin also weit davon entfernt die Situation der Krise zu romantisieren. Aber ich finde man kann die unterschiedlichen Facetten einer Krise und die Anforderungen, die diese an uns stellt, anschaulich mit dem deutschen Wort „Aufgehoben“ erklären, das drei unterschiedliche Bedeutungen hat, die für eine Krise und deren Bewältigung psychologisch relevant sind:

  1. Im ersten Schritt bedeutet „Aufgehoben“, dass meine subjektive Normalitätswahrnehmung durch ein äußeres oder inneres Ereignis derartig destabilisiert wird, sodass sich im wahrsten Sinne des Wortes den Boden unter den Füßen verliere. Meine Normalität, die ich kannte, ist nicht mehr vorhanden.
  2. Im zweiten Schritt erfordert dies von mir als Individuum eine Anpassung, mit der ich in der Lage bin, die Anomalie die in meinen Leben getreten, zu verändern oder meine Einstellung und Wahrnehmung so anzupassen, dass ich damit umgehen und leben kann. Wenn ich die Anomalie nicht aus der Welt schaffen kann, muss ich sie innerlich „aufheben“, indem ich mich und damit auch meine bisherige Identität transformiere.
  3. Wenn mir das gelungen ist, und ich die Anomalie – zumeist durch einen inneren Transformationsprozess – „aufgehoben“ habe bin ich in einem dritten Schritt in der Lage das verborgene Potenzial zu bergen, dass in der Krisensituation steckt und ich bin auf einer neuen Entwicklungsebene aufgehoben und durch die Krise „ein Anderer“ geworden.

An dieser Stelle wird natürlich deutlich, dass die Prozesse, oben angedeutet sind, viel mit Begriffen wie Achtsamkeit; Meditation oder Spiritualität zu tun haben und sogenannte Konversionserfahrungen kulturanthropologische Konstanten darstellen, die sowohl in religiös-spirituellen als auch säkularen Kontexten zu finden sind. Insofern wirft uns eine Krise immer auf uns selbst zurück, und bietet die Möglichkeit, uns ernsthaft mit uns selbst auseinanderzusetzen, so wie es der berühmte und vielzitierte Pfortenspruch über dem Orakel von Delphi fordert: „Erkenne dich selbst!“ – dies allein kann sehr heilsam sein. Die Tatsache, dass wir jetzt Alle eine kollektive Anomalie erleben, auf die jeder (s)eine Antwort finden muss, birgt aus meiner Sicht deswegen nicht nur große Gefahr, sondern auch eine große Chance für die Menschheit als solches!

Der Psychologe Niko Kohls beschäftigt sich seit mehr als 20 Jahren als Wissenschaftler und Berater schwerpunktmäßig mit den Zusammenhängen von Achtsamkeit, existentiellen Bedürfnissen, Werten sowie Gesundheit, Lebensqualität und Leistungsfähigkeit.

www.niko-kohls.de

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Olaf Kopinke: Wir sollten einfach einfacher leben

Ich sehe in der Krise die Chance reduzierter zu leben und die eigenen Ansprüche auf ein „gesundes“ Maß zu reduzieren (zu müssen). Denn ich stelle erneut fest: Ich brauche nicht „mehr“! Es geht um das Achten auf das Wesentliche und um gute Beziehungen. Kraft gibt mir in dieser Zeit mein Glaube. Ich bin Christ, kein Kirchenchrist. Für danach wünsche ich mir, dass wir einfach einfacher leben.

Olaf Kopinke betreibt den Buchladen LeseNest in Isernhagen

www.lesenest.de

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Laura Mitulla: Weniger Zeit für Konsum – mehr Zeit miteinander

Ich hoffe ganz stark, dass die Menschen merken, wie wichtig und wertvoll die gemeinsame Zeit mit anderen ist. Und, dass es gar nicht wehtut, wenn man mal nicht die neueste Trendkollektion bekannter Modehäuser shoppen kann. (…) Das spart nicht nur Geld, sondern auch wertvolle Ressourcen. Ich hoffe, dass viele nach der Krise weg von ihrem blinden Konsum kommen.“

Welche positiven Veränderungen / Entwicklungen kannst du beobachten?

Bei meinen Abonnenten auf Instagram habe ich herausgelesen, dass sehr viel weniger konsumiert wird. Das freut mich natürlich riesig, da in der Krise scheinbar öfter nur noch das gekauft wird, was man wirklich braucht. Das spart nicht nur Geld, sondern auch wertvolle Ressourcen. Ich hoffe, dass viele nach der Krise weg von ihrem blinden Konsum kommen.
Bei mir selbst beobachte ich, dass das Home Office einige Vorteile mit sich bringt. Beispielsweise spare ich mir die Fahrzeiten und kann endlich mit meinem Mann die Mittagspause zusammen verbringen. Natürlich freue ich mich auch wieder auf das Büro mit Kolleg*innen, aber ab und zu im Home Office zu arbeiten ist auch ganz schön.

Was gibt dir Kraft?

Kurz und knapp: Mein Mann. Ich wüsste nicht, wie meine Stimmung aussehe, wenn ich alleine in der Wohnung wäre. Daher bin ich unheimlich froh, dass wir hier wenigstens zu zweit sind, täglich zusammen kochen und Spieleabende machen können.

Was sollen wir uns von dieser Krise bewahren? / Was wünscht du dir für „danach“? 

Nach der Krise stehen wir ja überspitzt gesagt vor der großen Entscheidung: Konsum oder Freunde/Familie wiedersehen. Was zieht die Gesellschaft vor? Ich hoffe ganz stark, dass sich die Menschen für Letzteres entscheiden und merken, wie wichtig und wertvoll die gemeinsame Zeit mit anderen ist. Und, dass es gar nicht wehtut, wenn man mal nicht die neueste Trendkollektion bekannter Modehäuser shoppen kann.

Laura Mitulla lebt minimalistisch und ist die Inhaberin sowie Autorin des Blogazines the OGNC, wo sie Tipps und Inspirationen für ein minimalistisches und nachhaltiges Leben gibt.

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nachhaltig. kritisch: Es gibt Dinge vor die uns Geld, Wohlstand und Waffen nicht schützen können

„Hinter jeder großen Krise versteckt sich eine ebenso große Chance. Aus der Corona-Zeit können wir lernen, dass wir als Menschheit nicht alles kontrollieren können. Wir lernen, dass wir loslassen dürfen und dass es okay ist, trotzdem Angst zu haben. Dass es Dinge gibt, vor die uns Geld, Wohlstand und Waffen nicht schützen können. Wir lernen, uns wieder über einen blühenden Kirschbaum zu freuen. Mit den Älteren und Schwächeren solidarisch zu sein. Wir haben die Chance, uns den stillstehenden Kapitalismus in allen Einzelteilen anzuschauen und vielleicht noch einmal zu reevaluieren, ob es an der Zeit sein könnte für ein neues System. Wir sehen am Krisenmanagement vieler Regierungen, dass spontane, unbürokratische und schnelle Zusammenarbeit möglich ist. Im Anbetracht des fortschreitenden Klimawandels ist es sogar möglich, dass diese Krise unser größtes Glück ist, weil sie Stillstand erzwingt und jedem von uns heute schon zeigt, dass die Wirtschaft niemals über Menschenleben stehen sollte. Wenn ein paar dieser Erkenntnisse es schaffen, in einer neuen, Post-Corona Normalität Gestalt anzunehmen und weiterzuwachsen, können wir es schaffen, diese Krise in etwas Gutes zu verwandeln. Wir hoffen jedenfalls, dass das so ist. Denn das würde bedeuten, dass all die schrecklichen Opfer, die die Krise fordert, nicht umsonst gewesen wären.“

Hinter nachhaltig. kritisch stehen Robin, Annika und Annsi. Auf Instagram veröffentlichen sie gut recherchierte Beiträge zu nachhaltigen Themen in den Bereichen Mobilität, Ernährung, Konsum und aktuelles Geschehen. Ausführlich zu recherchieren bedeutet auch, populäre Meinungen in der „Nachhaltigkeitsblase“ zu hinterfragen und in manchen Fällen auch zu widerlegen.

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Robert Schiller: Es wird uns der Blick für einen Reichtum geschenkt, der nichts kostet

„Ich wünsche mir, dass wir die Erkenntnis bewahren, mit kleinsten Handlungen zu einer großen Veränderung beitragen zu können. Und dass wir weit über die Krise hinaus das Bewusstsein für die Natur, uns selbst, andere und die Erde für ein neues, wertebewusstes Miteinander behalten.
Darüber hinaus wäre es toll, wenn wir ein Grundeinkommen einführen würden. Ich glaube fest daran, dass wir zu noch Größerem fähig sind, wenn Existenzängste keine Rolle spielen.“

Die Mischung aus Endzeitstimmung und Epochenwechsel bietet uns die Möglichkeit im Kleinen wie im Großen die Frage zu beantworten: „Wer will ich / wer wollen wir sein?“ Wir zeigen, wozu wir gemeinsam fähig sind – wenn wir es wollen. Wer bislang für Veränderungen im Leben Ausreden parat hatte, wird sie entkräftet sehen. Wer jetzt einen Neustart wagt, wird Zustimmung ernten.

Hinsichtlich positiver Entwicklung habe ich mehr Klarheit über die wesentlichen Dinge erhalten, die mir guttun und leider endlich sind. In erster Linie betrifft das die Familie und meine Lebenszeit. Gesamtheitlich gesehen nehmen wir unsere Mitmenschen wieder wahr und zwischenmenschliche Beziehungen nicht mehr als selbstverständlich hin.

Kraft gibt mir der wundervollen Natur beim Erblühen und Leben aus den Wanderschuhen heraus oder vom Fahrrad aus zu zusehen. Das ich mit Anfang 30 im Garten sitze und wahre Freude dabei empfinde, wie Vögel ihr Nest bauen, begeistert mich täglich und schenkt mir den Blick für Reichtum, der nichts kostet.

Ich wünsche mir, dass wir die Erkenntnis bewahren, mit kleinsten Handlungen zu einer großen Veränderung beitragen zu können. Und dass wir weit über die Krise hinaus das Bewusstsein für die Natur, uns selbst, andere und die Erde für ein neues, wertebewusstes Miteinander behalten.
Darüber hinaus wäre es toll, wenn wir ein Grundeinkommen einführen würden. Ich glaube fest daran, dass wir zu noch Größerem fähig sind, wenn Existenzängste keine Rolle spielen. 

Robert Schiller führt das LEISEmagazin, das Online Magazin für eine bewusstere Welt, das Menschen für die Themen rund um einen bewussteren Lebensstil im Einklang mit der Natur begeistern möchte.

Das LEISEmagazin auf Facebook | Instagram

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Gina Schöler: Von Akzeptanz und Aktionismus – Wie wir gut durch stürmische Zeiten kommen

„Dieses Gefühl in den Tag hineinzuleben und nur tageweise planen zu können, die gezwungene Spontanität, das tut uns allen auch mal gut und ich merke, wie sich eine Art Entspannung breit macht. Diese Art zu leben und zu denken sollten wir uns beibehalten – mehr Gelassenheit und Gemeinschaftlichkeit. Das führt automatisch auch zu mehr Glück.“

Als Glücksministerin stehe ich selbstverständlich für solche Themen wie Zufriedenheit, Wohlbefinden und seelische Gesundheit. Was tun, wenn solch eine kollektive Krise nun das Leben aller einschränkt und man so gar nicht von glücklichen Zeiten sprechen kann? Über das Glück sprechen! Und vor allem ihm Ausdruck geben, mit Leben füllen und andere damit anstecken.

Dabei plädiere ich aber für eine gesunde Balance zwischen Akzeptanz und Aktionismus. Die Situation auch erstmal zu realisieren, in ihr anzukommen, anzunehmen und alle Gefühle zu durchleben, die damit einhergehen, ist ebenso wichtig wie sich dann auch Gedanken zu machen, wie man im Rahmen der eigenen Möglichkeiten aktiv etwas für das Gute tun kann. Auch meine letzten Wochen waren voller bunter Emotionen, rauf und runter. Und das ist normal und ganz menschlich.

Erst war da dieses Gefühl des „Nicht-realisieren-wollens“, Ungläubigkeit, Trotz, Trauer um all die abgesagten Termine und Chancen, diese seltsame Stimmung draußen und auf der anderen Seite erlebe ich soviel Wärme und Solidarität, tiefere Augenblicke, herzliche Hilfsangebote, Kontakt zu lieben Menschen auf anderen Wegen, viel Kreativität und das Ausprobieren neuer Ideen und Möglichkeiten. 

Und irgendwie ist da auch eine Art „Erleichterung“ zu spüren. Dieses Gefühl in den Tag hineinzuleben und nur tageweise planen zu können, die gezwungene Spontanität, das tut uns allen auch mal gut und ich merke, wie sich eine Art Entspannung breit macht. 

Diese Art zu leben und zu denken sollten wir uns beibehalten – mehr Gelassenheit und Gemeinschaftlichkeit. Das führt automatisch auch zu mehr Glück.

Gina Schöler ist Glücksministerin und hält Workshops, Vorträge und Events zu den Themen Zufriedenheit, Positive Psychologie und Lebensgestaltung.

www.MinisteriumFuerGlueck.de
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Podcast: Das kleine Glück

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Sarah Waltinger: Zeit um neue Ideen und Projekte umzusetzen 

„Eines hat mir Corona mal wieder ganz besonders vor Augen geführt: Vieles steht einfach nicht in unserer Macht. Somit versuche ich Dinge, die ich nicht ändern kann, so zu nehmen wie sie sind. Eine gute Gelassenheits-Übung.
Als Reisejournalistin hat mich die aktuelle Lage außerdem zu einer Pause gezwungen. Alle bisher geplanten Reisen wurden abgesagt. Dieser Einbruch führte aber auch dazu aus meiner alltäglichen Routine auszubrechen. Seit ein paar Wochen sprudele ich nur so über vor neuen Ideen und Projekten die ich – am liebsten alle gleichzeitig – angehen möchte. Und dank Corona und der momentan bescheidenen Auftragslage habe ich nun sogar die Zeit dafür.“

Mainzerin Sarah packt regelmäßig das Fernweh und kurz darauf ihren Koffer, um neue, faszinierende Orte zu bereisen oder an alte, lieb gewonnene zurückzukehren. Darüber schreibt sie seit 2012 auf Itchy Feet Blog.

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